Thursday, March 12, 2026

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Die Österreichische Post AG, die EVN und Netz Niederösterreich testen in Mautern an der Donau erstmals das bidirektionale Laden von E-Fahrzeugen (Vehicle-to-Grid, V2G). Im Test werden fünf E-Fahrzeuge der Marke Maxus an Wallboxen von ZAPe bei PEET GmbH nicht nur geladen, sondern können Strom auch ins öffentliche Netz einspeisen.

Bild: Stefan Stallinger, Technikvorstand, EVN, mit Peter Umundum, Generaldirektor-Stellvertreter, Vorstand für Paket & Logistik, Österreichische Post AG


In Kombination mit der Photovoltaikanlage am Dach der Postbasis in Mautern an der Donau wird der tagsüber erzeugte Strom während der Standzeiten der Fahrzeuge – etwa am Nachmittag oder am Wochenende – in den Batterien der E-Fahrzeuge gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgegeben. Die E-Fahrzeuge der Post agieren damit als großer, gebündelter Stromspeicher.
 
Da für das bidirektionale Laden in Österreich bislang noch die Rahmenbedingungen fehlen, betreten die Projektpartner*innen regulatorisch und technisch Neuland. Netz Niederösterreich und die EVN nutzen den Pilottest gemeinsam mit der Post, um konkrete Praxiserfahrungen zu sammeln und mögliche zukünftige Standards für das Energienetz zu entwickeln.
 
Peter Umundum, Generaldirektor-Stellvertreter, Vorstand für Paket & Logistik, Österreichische Post AG: „Das bidirektionale Laden ist ein möglicher nächster Schritt: Wenn der Praxistest gelingt, könnte unsere E‑Flotte zu einem dezentralisierten Speichersystem werden. Schon heute betreiben wir über 6.000 E‑Fahrzeuge, mehr als 20 Megawatt peak Photovoltaik und ein österreichweit dichtes Netz an Ladepunkten. Dieses Projekt zeigt, welches Potenzial in unserer Infrastruktur steckt, für die Post und für die Energiewende in Österreich.“
 
Stefan Stallinger, Technikvorstand, EVN: „Wir brauchen bidirektionales Laden, um Elektrofahrzeuge künftig noch intelligenter in das Energiesystem einzubinden und wertvolle Flexibilität bereitzustellen. Gemeinsam mit der Post setzen wir einen innovativen Schritt, um diese Technologie in der Praxis zu erproben – und wir freuen uns sehr über die starke und konstruktive Zusammenarbeit in diesem Pilotprojekt.“
 
Als größte E-Flottenbetreiberin Österreichs bietet die Post ideale Voraussetzungen für intelligente Ladestrategien. E-Fahrzeuge können künftig bevorzugt dann geladen werden, wenn Strom am Markt günstig und ausreichend verfügbar ist. Da die Zustellflotte in der Regel vom Nachmittag bis zum nächsten Morgen an den Ladestationen der Zustellbasen parkt, ergibt sich ein erhebliches Verschiebepotenzial für Ladevorgänge.
 
Aus heutiger Sicht wird bidirektionales Laden in Österreich ab Anfang 2027 möglich werden. Mit dieser Technologie kommt der Vorteil hinzu, dass die E-Fahrzeuge gespeicherten – oder mittels Photovoltaik selbst erzeugten – Strom zu wirtschaftlich optimalen Zeitpunkten wieder einspeisen können. Diese Flexibilität kann genutzt werden, um das Netz bei Engpässen zu entlasten, Lastspitzen zu kappen (Peak Shaving) oder den Eigenverbrauch von Photovoltaikanlagen zu erhöhen, was schlussendlich das öffentliche Stromnetz entlasten würde.

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