Friday, April 24, 2026

Mehrwert für Manager

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„Wasser marsch“ für sauberen Strom, Wärme und schonende Erzeugung heißt es bei diesen aktuellen Projekten – was sich derzeit im Großen und im Kleinen in Österreich und international tut.

Wanderhilfe

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Über eine Strecke von rund 500 Metern schafft Salzburgs größte Fischwanderhilfe mit ihren Uferbereichen neuen Naturraum für Tiere und Pflanzen. Seit der Salzachumleitung im Februar 2025 haben die Projektpartner Verbund und Salzburg AG das alte Salzachbett innerhalb weniger Monate in eine neue Fischwanderhilfe umgestaltet. Auf einem 50 Meter breiten Korridor schlängelt sich das naturnahe Gewässer mit Breiten bis zu 20 Metern entlang des Kraftwerks Stegenwald. Der mäandrierende Verlauf ermöglicht allen Fischarten, am Kraftwerk vorbeizuschwimmen und dabei einen Höhenunterschied von rund neun Metern zu überwinden oder dort für eine gewisse Zeit zu verweilen. Die Fließgeschwindigkeit der Salzach wurde durch die Anhebung der Sohle so gestaltet, dass die heimischen strömungsliebenden Fische gute Bedingungen vorfinden. Zudem wurden im ganzen Talraum über sechs Kilometer Hunderte Habitate für Vögel, Käfer, Säuger und Reptilien geschaffen, wobei der Schwerpunkt auf heimische Arten der Roten Liste gelegt wurde.

Spatenstich

Mit einem Investitionsvolumen von rund 190 Millionen Euro entsteht das drittgrößte Kraftwerk der Energie AG an der Traun und damit saubere Energie für 35.000 Haushalte. Der offizielle Start des Neubaus des Laufwasserkraftwerks erfolgte Ende Juni. Das Projekt ersetzt die bestehenden Anlagen Gschröff, Siebenbrunn und das aktuelle Kraftwerk Traunfall, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Der Wasserspiegel im bestehenden Stauraum wird um etwa 2,3 Meter erhöht. Durch die vorhandene Fallhöhe, die Erhöhung der Wirkungsgrade und die optimierte Nutzung des Wasserdargebotes kann die Jahresstromproduktion um rund 80 % auf 125 GWh gesteigert werden. Das ausgeleitete Triebwasser betreibt nach der Fertigstellung zwei Kaplanturbinen im Kraftwerk in der Nähe des bestehenden Umspannwerks Traunfall. Über unterirdische Stollen wird das Wasser in die Traun zurückgeführt. Das Kraftwerk liegt unterhalb des Urgeländes und ist damit nach der Bauzeit nur zu einem kleinen Teil sichtbar. Ein Augenmerk liegt auf ökologischen Ausgleichsmaßnahmen wie Flachwasserzonen, Seitenarmen, Inseln und strömungslenkenden Eingriffen.

Pumpspeicher

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Der Technologiekonzern Andritz hat von Adani Green Energy Limited (AGEL), Indiens größtem Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien, den Auftrag zur Ausrüstung des neuen Pumpspeicherkraftwerks Tarali im Bezirk Satara im indischen Bundesstaat Maharashtra erhalten. Indien baut seine Pumpspeicherkapazitäten deutlich aus, um den Anstieg schwankender erneuerbarer Energie aus Sonne und Wind in seinem Energiemix auszugleichen. Mit einer Leistung von 1500 MW wird das Pumpspeicherkraftwerk Tarali einen wesentlichen Beitrag dazu leisten. Dies ist nach dem Vertrag für das 500-MW-Pumpspeicherkraftwerk Chitravathi im Jahr 2023 der zweite Auftrag, den AGEL an Andritz vergeben hat. Der Lieferumfang für Tarali umfasst die Konstruktion, Fertigung, Installation, Tests und Inbetriebnahme der Pumpspeichermaschinensätze sowie der zugehörigen elektromechanischen Ausrüstung. Der Folgeauftrag unterstreicht die starke Position des Wasserkraftspezialisten auf dem Subkontinent. Andritz ist derzeit an der Realisierung von vier neuen Pumpspeicherkraftwerken in Indien beteiligt.

Donauwärme

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Am Gelände des Kraftwerks Korneuburg wird von der EVN eine Großwärmepumpe errichtet, die Umweltwärme aus der Donau in das bestehende Wärmenetz einspeisen wird. Die Wärmepumpe nutzt in den Sommermonaten die Wassertemperatur der Donau und hebt sie mit hohem Wirkungsgrad auf ein fernwärmetaugliches Temperaturniveau. Die dabei erzeugte Wärme wird in einem neuen 230 m³ großen Pufferspeicher zwischengespeichert und bedarfsgerecht verteilt. Bereits heute versorgt das Naturwärmenetz über 2000 Haushalte sowie zahlreiche öffentliche Gebäude und Betriebe in Korneuburg mit umweltfreundlicher Fernwärme. Die Region wird zu einem zentralen Wärmeknoten ausgebaut. In den nächsten drei Jahren soll das Naturwärmenetz Korneuburg mit den Versorgungsnetzen in Spillern und Stockerau zusammenwachsen. Dadurch können Verbrauchsspitzen ausgeglichen und Wartungen flexibler geplant werden. Die EU fördert das neue Projekt mit 2,3 Millionen Euro aus dem Aufbauplan „NextGenerationEU“.

Fotos: Johannes Wiedl, Energie AG, iStock, Ettl

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