Donnerstag, Juli 16, 2026

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Die EGGER Gruppe hat das erste Halbjahr 2025/2026 mit einem leichten Umsatzanstieg abgeschlossen, während Ergebniskennzahlen unter dem Vorjahresniveau lagen. In einem Umfeld schwacher Baukonjunktur und anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten setzte das Unternehmen seine Investitionsstrategie fort.

Gegenwind bleibt spürbar

Die EGGER Gruppenleitung (v. l.): Thomas Leissing, Frank Bölling, Michael Egger jun. und Hannes Mitterweissacher


Die EGGER Gruppe mit Sitz in St. Johann in Tirol erzielte im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/2026 einen konsolidierten Umsatz von 2,15 Mrd. Euro, ein Plus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das EBITDA sank im selben Zeitraum um 8,4 Prozent auf 293,3 Mio. Euro, die EBITDA-Marge lag bei 13,7 Prozent. Die Eigenkapitalquote belief sich auf 41,5 Prozent. Das Unternehmen verweist auf eine anhaltend schwache Baukonjunktur in West- und Mitteleuropa, eine zurückhaltende Konsumnachfrage sowie globale wirtschaftliche Unsicherheiten als prägende Rahmenbedingungen.

Unterschiedliche regionale Entwicklung

Nach Angaben von EGGER entwickelten sich Osteuropa und Überseemärkte stabiler als die Kernmärkte in West- und Mitteleuropa. Dort sei es erforderlich gewesen, Effizienz und Innovationskraft gezielt einzusetzen, um sich im Wettbewerb zu behaupten. Im Geschäftsfeld dekorative Produkte für Möbel- und Innenausbau erzielte EGGER einen unkonsolidierten Umsatz von 1,91 Mrd. Euro, ebenfalls ein Plus von 2,6 Prozent. Das Ergebnis dieses Segments blieb jedoch unter dem Vorjahreswert, was das Unternehmen vor allem auf die Entwicklung in Westeuropa zurückführt. Der Produktbereich konstruktiver Holzbau und Fußböden wuchs um 4,0 Prozent auf 365,1 Mio. Euro Umsatz. Die Ertragssituation blieb angespannt, da die schwache Neubautätigkeit im Fußbodenbereich nur teilweise durch Renovierungen ausgeglichen werden konnte.

Investitionen trotz verhaltener Ergebnisentwicklung

Ungeachtet der Ergebnisentwicklung setzte EGGER seine Investitionstätigkeit fort. Im ersten Halbjahr flossen 248,6 Mio. Euro in den Ausbau und die Weiterentwicklung der Produktionsstandorte, nach 218,4 Mio. Euro im Vergleichszeitraum. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Werk Markt Bibart in Deutschland, wo bis 2026 mehr als 200 Mio. Euro in Automatisierung, Veredelung und Nachhaltigkeit investiert werden. Seit Herbst 2025 wird dort schrittweise eine Anlage zur Aufbereitung von Recyclingholz in Betrieb genommen, um den Einsatz von Sekundärrohstoffen in der Spanplattenproduktion zu ermöglichen. Parallel dazu werden zusätzliche Veredelungskapazitäten aufgebaut, unter anderem für beschichtete Spanplatten.

Auch an anderen Standorten investiert EGGER in Kreislaufwirtschaft und Energieversorgung. Am Stammsitz St. Johann in Tirol schreitet der Bau eines zweiten Biomassekraftwerks voran, das die Eigenversorgung mit erneuerbarer Energie ausbauen soll. Ergänzend wurden Sammel- und Aufbereitungskapazitäten für Recyclingholz erweitert.

Ausblick auf das zweite Halbjahr

Für das zweite Halbjahr 2025/2026 rechnet EGGER mit anhaltendem Preisdruck infolge schwacher Nachfrage. Zwar sieht das Unternehmen Hinweise darauf, dass der konjunkturelle Abschwung seinen Tiefpunkt erreicht haben könnte, eine deutliche Erholung wird kurzfristig jedoch nicht erwartet. Entsprechend bleibt der Ausblick auf Umsatz- und Ergebnisentwicklung verhalten.

EGGER verweist in diesem Zusammenhang auf die eigene finanzielle Basis, die Energieversorgung aus eigenen Anlagen sowie langfristige Kunden- und Lieferantenbeziehungen als Voraussetzungen, um die aktuelle Marktphase zu bewältigen. Die Halbjahreszahlen zeigen damit ein Unternehmen, das Investitionen fortsetzt und gleichzeitig die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in seinen Kennzahlen widerspiegelt.

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