Thursday, April 30, 2026

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Das Ende des Transits für russisches Gas durch Österreich und das Schwächeln der heimischen Industrie sind Hauptverursacher des Anstiegs der Gasnetztarife in Österreich.
Bild: iStock

Laut Ankündigung der E-Control werden Gas-Netzkosten für Haushalte ab Jänner 2026 im Bundesdurchschnitt um 18,2 Prozent steigen. Das entspricht einem durchschnittlichen Plus von 76,78 Euro. 2025 waren die Netzentgelte für Gas durchschnittlich um 16,6 Prozent gestiegen.
 
Am stärksten werden die Gasnetztarife in Kärnten (+35 Prozent) steigen, gefolgt von Niederösterreich, (+30 Prozent), der Steiermark (+27,7 Prozent) und dem Burgenland (+25 Prozent). Am wenigsten stark steigen die Gebühren in Oberösterreich (+6,5 Prozent).

Rückgang beim Gastransit wirkt als Preistreiber
Der Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (FGW) schätzt, dass mindestens 70 Prozent der bevorstehenden Preissteigerungen bei den Netztarifen auf den Rückgang im Gastransit zurückzuführen sind. Seit Anfang 2025 importieren Österreich oder Deutschland kein Pipeline-Gas mehr aus Russland. Dadurch hat Österreich auch seine Rolle als Gasdrehscheibe Europas vorerst verloren.
 
Die deutlich geringeren Transportmengen führen zu höheren Fernleitungsentgelten. Diese Kosten haben sich von 15 Millionen Euro 2024 auf rund 77 Mio. Euro im Jahr 2026 mehr als verfünffacht. Auf diesen Kosten bleibt Österreich nun sitzen.
 
Auch der Rückgang der industriellen Produktion wirkt unmittelbar auf die Netzkosten: Die österreichische Industrie hat auf Grund der anhaltenden Rezession in den vergangenen Jahren um gut zehn Prozent weniger Gas verbraucht. Energieintensive Branchen wie die Chemie-, Glas-, Papier- oder Stahlindustrie haben ihre Produktion aufgrund höherer Energiepreise gedrosselt, beziehungsweise setzen sie Energie effizienter ein.

Auch Zahl der Gaszählpunkte rückläufig
Die Zahl der Gaszählpunkte sank 2024 um rund 3,1 Prozent auf rund 1,2 Millionen. Doch fällt dieser Rückgang der Zählpunkte im Vergleich deutlich weniger ins Gewicht als der Wegfall von Gastransitmengen, fallenden Industrieverbrauch oder milder Witterung.

Gasnetze werden Wasserstoff-fit
Der Fachverband plädiert daher für eine vorausschauende, technologieoffene Nutzung der bestehenden Gasinfrastruktur. Inzwischen hat der Umbau der Gasinfrastruktur in Österreich begonnen: Von Erdgas zu Wasserstoff. Denn Wasserstoff gilt als das „bessere“ Gas, da er bei der Verbrennung nur Wasser als Nebenprodukt erzeugt und somit lokal emissionsfrei ist.
 
Dazu sollen bis 2050 rund 1.420 Kilometer der bestehenden Gasleitungen Wasserstoff-fit gemacht werden. Weitere 730 Kilometer an neuen Wasserstoffleitungen sollen gebaut werden. Die geplante Umwidmung und der Neubau von Gasinfrastruktur sind zentraler Bestandteile der österreichischen Wasserstoffstrategie und der H₂-Roadmap der AGGM, wie der Fachverband abschließend mitteilt.

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