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Stromverteilung im Härtetest

Mit steigenden Leistungsdichten in Rechenzentren wachsen auch die Anforderungen an eine belastbare Stromverteilung. Thermische Lastwechsel durch KI- und HPC-Anwendungen stellen elektrische Systeme zunehmend auf die Probe. Ein aktueller Heat-Cycling-Test zeigt, wie sich modulare Hochstrom-Stromschienensysteme unter realitätsnahen Bedingungen bewähren.

Die Nachfrage nach zuverlässiger und effizienter Stromverteilung erreicht neue Höchstwerte – und skalierbare, modulare Lösungen müssen sich unter realen thermischen und betrieblichen Belastungen bewähren.

Das rasante Wachstum von Rechenzentren, der Ausbau von KI-Infrastrukturen und die anhaltende industrielle Expansion setzen Stromnetze und elektrische Systeme massiv unter Druck. Gefordert ist eine kontinuierliche, leistungsstarke Energieverteilung. Allerdings verfügen nicht alle Standorte über ausreichende White Space, Spezifikationen oder Kapazitätsreserven, um rechtzeitig auf die steigende Nachfrage reagieren zu können.

Vor diesem Hintergrund wurde kürzlich ein Heat-Cycling-Test für den Vertiv™ PowerBar Track durchgeführt – ein UL-/IEC-zertifiziertes Hochstrom-Open-Track-Busway-/Stromschienensystem (Patent angemeldet), verfügbar bis 2000 A für den US-Markt (UL) und bis 2500 A für internationale Märkte (IEC).

Das System verfügt über hochdichte, hochleitfähige Kupfer- und Aluminiumleiter sowie Abgangskästen mit mechanischen und elektrischen Verriegelungen nach dem Sicherheitsprinzip „earth-first, break-last". Der Test diente dazu, Haltbarkeit sowie temperatur- und belastungsbedingte Effekte unter realitätsnah simulierten Betriebsbedingungen zu verifizieren.

Was ist Heat Cycling?

Hochleistungsrechenlasten (HPC) wie KI- und Machine-Learning-Anwendungen erzeugen starke Lastspitzen. Komponenten und Systeme unterliegen erheblichen Schwankungen in Leistungsaufnahme und Kühlbedarf, um kritische Rechenprozesse zu unterstützen. Temperaturveränderungen sind in Rechenzentren und anderen kritischen Infrastrukturen unvermeidlich.

Über die Zeit können solche thermischen Zyklen die elektrische Leistungsfähigkeit, die Integrität von Verbindungen und die Sicherheit beeinflussen. Ein Heat-Cycling-Test simuliert diese realen thermischen Belastungen, um die langfristige Betriebsresilienz eines Systems zu validieren.

Über eine rein technische Kennzahl hinaus unterstreicht dieser Test das kontinuierliche Engineering-Engagement für sichere, resiliente und effiziente Systeme – insbesondere dort, wo jede Verbindung entscheidend ist. Für Betreiber bedeutet dies, dass Investitionen in Infrastruktur bestmöglich geschützt und Ressourcen gezielt eingesetzt werden können.

Validierung von thermischer Integrität und Verfügbarkeit

Ziel des Tests war es, die thermische Leistungsfähigkeit und Betriebssicherheit der Abgangseinheiten im Zusammenspiel mit dem Stromschienensystem zu überprüfen.

In hochverdichteten Anwendungen, in denen Verfügbarkeit geschäftskritisch ist und Ausfälle nicht toleriert werden können, müssen Systeme auch unter wiederholten Heiz- und Abkühlzyklen mechanisch und elektrisch stabil bleiben.

Angesichts der dynamischen thermischen Belastungen in Rechenzentren bestätigt ein solcher Test die Sicherheit und langfristige Leistungsfähigkeit des Busway-/Stromschienensystems.

Einblick in den Testaufbau

Zur Messung der thermischen Belastung wurden Thermoelemente an zentralen Punkten des Vertiv™ PowerBar Track installiert – insbesondere innerhalb der Abgangskästen sowie an ausgewählten Punkten der integrierten Schutzgeräte. Diese Sensoren erfassten die Temperaturentwicklung während wiederholter Heiz- und Abkühlzyklen.

Zusätzlich wurde der elektrische Widerstand vor und nach dem Test gemessen, um die Stabilität der elektrischen Verbindungen zu bewerten – ein entscheidender Faktor für langfristige Leistungsfähigkeit und Sicherheit.

Testergebnisse

Die Ergebnisse zeigten eine durchgehend stabile Performance:

  • Stabile thermische Performance: Das System hielt den Temperaturanstieg konstant auf niedrigem Niveau und blieb deutlich innerhalb der zulässigen Grenzwerte.
  • Geringe Veränderungen über mehrere Zyklen: Die Temperaturwerte variierten lediglich um etwa 5 °C über mehrere Testzyklen hinweg – ein Indikator für hohe thermische Konsistenz.
  • Robuste elektrische Verbindungen: Die Widerstandsmessungen vor und nach dem Test wiesen nur minimale Abweichungen auf und bestätigten die mechanische und elektrische Stabilität.
  • Einfluss des Anzugsdrehmoments: Auch unterschiedliche Drehmomentwerte an den Verbindungsstellen wurden geprüft. Während das korrekte Drehmoment die Performance erwartungsgemäß optimierte, erfüllte das System selbst bei geringeren Werten weiterhin die Normanforderungen – ein Zeichen integrierter Resilienz.

Während und nach dem Test traten keinerlei Ausfälle von Schutzgeräten auf. Ein Versagen hätte zum Abbruch des Tests geführt.

Fazit

Der Vertiv™ PowerBar Track bietet Rechenzentrumsbetreibern die Flexibilität, ihre Infrastruktur an steigende und sich verändernde Leistungsanforderungen anzupassen.

In HPC-getriebenen Umgebungen benötigen Rechenzentren Stromverteilungssysteme, die sich dynamisch anpassen lassen. Das modulare, hot-swappable Overhead-Design unterstützt eine optimierte Flächennutzung, Energieeffizienz, schnelle Installation, Kosteneinsparungen sowie einfache Skalierbarkeit – ohne die für klassische Implementierungen typischen Ausfallzeiten.

Weitere Entwicklungen, neue Leistungsstufen und Erweiterungen des PowerBar Track sind in Vorbereitung. Als herstellerneutrales Open-Track-Stromschienensystem eignet sich die Lösung als zentraler Baustein für skalierbare Stromverteilung – unabhängig von der Größe der Anlage.

Mit einem globalen Fertigungsnetzwerk und effizienten interregionalen Produkttransfers unterstützt Vertiv eine beschleunigte Implementierung und reibungslose Betriebsabläufe.

Für weitere Informationen zum Vertiv™ PowerBar Track oder zu Stromversorgungslösungen für Ihre Infrastruktur steht das Team gerne zur Verfügung. 

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