Thursday, June 04, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Lean Goes Green: KVP trifft ESG


Derzeit gibt es Unmengen an Schulungsangeboten und ESG-Tools schießen wie Pilze aus dem Boden. Anstelle das Rad neu zu erfinden, lohnt es sich bestehende Strukturen zu neu zu denken. Herzlich Willkommen zu Lean Goes Green!

Ohne Frage, die Anforderungen an Unternehmen punkto Verbesserungsfähigkeit, Agilität und Nachhaltigkeit werden immer größer. Doch anstatt das Unausweichliche zu verteufeln, lohnt ein Blick auf die daraus entstehenden Möglichkeiten. Zudem gibt es in fast allen Unternehmen schon jetzt Abteilungen und Mitarbeitende, denen diese Themen wichtig sind und die Veränderungen vorantreiben. Wie kann die Kombination aus Verbesserung und Nachhaltigkeit gelingen?

ISO trifft ESG

Die ISO 9001 ist in vielen Organisationen Standard. Doch Hand aufs Herz, werden diese Prozesse, Arbeitsanweisungen und die notwendige Verbesserung tatsächlich gelebt oder nur aus dem Schrank geholt, wenn wieder ein Audit ansteht? Das gleiche gilt für Umweltmanagementsysteme, wie EMAS oder ISO 14001. Und wie sieht es mit der ISO 50001 für Energiemanagement aus?

All diesen Managementnormen liegt der Gedanke der kontinuierlichen Verbesserung zugrunde, das Ambitionslevel ist aber den Organisationen selbst überlassen. Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Ein Teil der Unternehmen betrachtet das Prozedere als unnötige Gängelung. Der andere Teil nutzt die Chancen zur Verbesserung, leitet Potentiale und konkrete sowie ambitionierte Maßnahmen ab und setzt diese auch um.

So verhält es sich auch mit dem Thema Nachhaltigkeit. Mittlerweile werden immer öfters von Kund*innen Nachweise zu den ESG-Themen für Aufträge oder Ausschreibungen verlangt. ESG steht für Environmental, Social bzw. Governance – also wie Unternehmen in Umwelt- und sozialen Belangen agieren und wie diese Prozesse im Unternehmen verankert sind. Dazu zählen beispielsweise das Risikomanagement, die Interaktion mit Anspruchsgruppen (Stakeholdern) und wie die Verbesserung tatsächlich vorangetrieben wird. Die Vorgehensweise ist genauso wie den oben genannten Managementsystemen.

Kontinuierliche Verbesserung

In größeren Unternehmen gibt es Menschen, die sich um Verbesserungsthemen kümmern und in ihrer Stellenbeschreibung etwas mit KVP, OPEX, Lean oder agil stehen haben. Neben diesen werden mittlerweile neue Stellen oder Abteilungen aufgebaut, die unter der Bezeichnung Nachhaltigkeit, Sustainability oder ESG laufen.

In der Praxis zeigt sich häufig, dass diese Expert*innen wenig Kontakt zueinander haben. Somit werden Synergien oftmals nicht genutzt. Daher empfiehlt es sich folgende wichtige Fragen zu klären:

- Wer bzw. was ist schon vorhanden? z.B. Abteilungen, Verantwortliche, Systeme zur Prozessverbesserung

- Welche Anforderungen gibt es jetzt und in absehbarer Zukunft, sowohl aus regulatorischer als auch Marktperspektive? Hier sind mit hoher Wahrscheinlichkeit rechtliche Vorgaben wie die EU-Regelungen CSRD (Nachhaltigkeitsberichtspflicht und Berichterstattung nach dem ESRS – European Sustainability Reporting Standard), CBAM (CO2 Grenzausgleich für den Import CO2 intensiver Güter aus Drittstaaten) oder CSDDD (Lieferkettensorgfaltsgesetz) zu nennen. Von Zulieferunternehmen werden häufig ESG-Ratings wie EcoVadis gefordert oder für Finanzierungen sind entsprechende Daten, zB über den ÖKB Datahub in Österreich, bereitzustellen.

- Was wird schon gemacht? In diesem Schritt ist es relevant einen Überblick über die Berichte bzw. Audits und vor allem die dazugehörigen Datenerhebungen zu bekommen. Welche Prozesse gibt es bereits und welche Tools werden eingesetzt?

- Wie kann man diese Anforderungen sinnvoll kombinieren?

Akzeptanz schaffen

Die Mitarbeitenden, die im Wertschöpfungsprozess tätig sind, fragen sich oftmals was der ganze Aufwand soll. Meist dann, wenn jemand aus der Zentrale kommt, Daten und Berichte abfragt oder Prozessbestätigung macht. Richtig, dass hält die operativ arbeitenden Menschen von ihrer Tätigkeit ab.

Daher braucht es als Erstes eine griffige Erklärung, warum die Nachhaltigkeits- und Verbesserungsarbeiten nötig, sinnvoll und nützlich sind. Das reicht von der Sicherung der Arbeitsplätze und Wettbewerbsvorteilen über die Einsparung von Ressourcen bis zum Erhalt des Lebensraums. Die Argumentation ist individuell im jeweiligen Unternehmen und nach der Zielgruppe zu überlegen.

Lean Goes Green

Um den Aufwand so gering wie möglich zu halten, ist es wichtig Synergien der Zentralabteilungen zu schaffen. Wir haben beispielsweise mit Kunden*innen entsprechende Reifegrad-Assessments von Standorten entwickelt, die neben der Prozessverbesserung auch Nachhaltigkeitskriterien adressieren. Lean Goes Green in der Praxis sozusagen.

Die Prozessverbesserung hat auch meistens direkten Einfluss auf Nachhaltigkeitsindikatoren. Werden beispielsweise Logistik-Prozesse verbessert, macht sich durch weniger Transportaufwand und damit auch weniger Emissionen bemerkbar. Oder werden bei der Supply-Chain-Optimierung Kriterien wie Local-for-Local, EPP (Enviromental Preferable Purchase) oder soziale Aspekte mitgedacht, hat das entsprechende Einflüsse.

Das magische Dreieck

Können Sie sich noch an das magische Dreieck aus Kosten, Zeit und Qualität bzw. Leistung erinnern? Dieses muss mittlerweile zum Viereck umgebaut werden um die Nachhaltigkeit zu berücksichtigen.

Ein altes Sprichwort im Qualitätswesen lautet: Es gibt in einem Unternehmen niemanden der nicht zur Qualität beiträgt. Genauso verhält es sich auch mit der Nachhaltigkeit. Sie wird zur Einflussgröße, die nicht mehr weggeht. Nutzen wir also die Vorteile und Chancen daraus.

Bild: iStock

×
Stay Informed

When you subscribe to the blog, we will send you an e-mail when there are new updates on the site so you wouldn't miss them.

Generative KI: Das persönliche Einkaufserlebnis ne...
Quantencomputing und KI – eine überzeugende Kombi

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.report.at/

Firmen | News

LANCOM Systems
28 May 2026
Firmen | News
Berlin war Schauplatz des diesjährigen Partner Summit von LANCOM Systems. Mehr als 120 Partner nutzten vom 19. bis 21. Mai die Gelegenheit zu Austausch, Networking und der Teilnahme an informativen Sessions. Highlight war die Verleihung der Partner-A...
Vertiv
26 May 2026
Firmen | News
Vertiv™ CoolChip CDU 2300 und Vertiv™ CoolChip Fluid Network Row Manifolds werden auf dem Datacloud Global Congress vorgestellt Vertiv (NYSE: VRT), ein weltweit führender Anbieter für kritische digitale Infrastrukturen, gibt die Erweiterung seiner du...
Firmen | News
20 May 2026
Firmen | News
Wie schaffen Industrieunternehmen die nächste Stufe der Digitalisierung? Zu dieser Frage zeigte Axians auf der Hannover Messe spannende Lösungen – mit dem bisher größten Auftritt bei der weltweiten Leitmesse für die Industrie. 210 m2 Standfläche ermö...
Marija Kotnig
20 May 2026
Firmen | News
Mit den Inhousetrainings der Quality Austria Academy stärken wir auch in global wirtschaftlich herausfordernden Zeiten gezielt unsere Zusammenarbeit. Als Ihr zuverlässiger Partner bieten wir verlässliche Inhousetrainings mit partnerschaftlichen Kondi...

Neue Blog Beiträge

03 June 2026
Architektur, Bauen & Wohnen
Europa
Mit der EU-Verpackungsverordnung (Packaging & Packaging Waste Regulation – PPWR) verfolgt die Europäische Kommission das Ziel, mehr Ordnung und Verantwortung in den Verpackungsmarkt zu bringen. Tatsächlich schafft die Verordnung jedoch neue Unkla...
22 May 2026
Intelligente Netze
Mensch und Gesellschaft
Eine aktuelle Studie aus Stanford, Chicago und Swinburne zeigt, dass autonome KI-Agenten unter belastenden Arbeitsbedingungen messbar andere Haltungen entwickeln und diese über Skills-Files an Nachfolgeinstanzen weitergeben. Für Compliance, Auditing ...
22 May 2026
Architektur, Bauen & Wohnen
Mit der Initiative »ROT-WEISS-ROT BAUEN« setzt sich die Gewerkschaft BAU-HOLZ dafür ein, regionale Arbeitsplätze, unsere hochwertige Ausbildung und ehrliche Unternehmen in Österreich zu stärken. Wer fair arbeitet, Lehrlinge ausbildet und ordentliche ...