Freitag, Oktober 23, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Die Deutsche Telekom hat Anfang Februar ihre "Industrial AI Cloud" offiziell in Betrieb genommen. Die KI-Fabrik wurde in den letzten sechs Monaten gemeinsam mit NVIDIA und dem Datacenter-Partner Polarise aufgebaut. Die Deutsche Telekom stellt damit Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie dem öffentlichen Sektor in Deutschland und Europa hoch performante, souveräne Rechenleistung für KI zur Verfügung.

Deutschland: erste KI-Fabrik für die Industrie
Bild: iStock

Mit dem Aufbau der KI-Fabrik im Münchner Tucherpark entsteht ein neuer KI-Hub für Deutschland. Mehrere Unternehmen nutzen die KI-Rechenkapazitäten ab sofort. Beispielsweise kombiniert der Münchner Anbieter Agile Robots künstliche Intelligenz mit Robotik und bringt sein KI-Fundament in die Industrial AI Cloud ein. Oder PhysicsX – ein Unternehmen, dass sich auf technische Simulation spezialisiert hat, um die Entwicklungszeit von Produkten und Produktteilen zu verkürzen. Die KI-Fabrik ist mit den bisherigen Kunden bereits über ein Drittel ausgelastet.

„Wir reden nicht, die Deutsche Telekom macht”, betont Tim Höttges, CEO Deutsche Telekom. “Wir investieren in KI, in den deutschen Standort und in Europa. Unsere KI-Fabrik in München ist die Basis für innovative Geschäftsmodelle, für die Industrie, Start-ups und den Staat – und für Souveränität. Wir beweisen hier, dass Europa KI kann.“ Bisher nutzen viele Unternehmen KI zurückhaltend, weil sie den Abfluss ihrer Daten außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums fürchten. Dadurch entgehen ihnen Kostenvorteile mit entsprechend (negativen) Auswirkungen auf ihre Wettbewerbsfähigkeit.

In der Münchner Industrial AI Cloud stehen ab sofort Rechen- und Speicherressourcen für KI-Anwendungen zur Verfügung. Die Infrastruktur basiert auf rund 10.000 NVIDIA Blackwell GPUs, darunter NVIDIA DGX B200 Systeme und NVIDIA RTX PRO Server GPUs, die auf moderner NVIDIA-Technologie basieren, und eine Rechenleistung von bis zu 0,5 ExaFLOPS liefert. Damit könnten alle 450 Millionen EU Bürger:innen gleichzeitig einen KI-Assistent bzw. Chatbot nutzen. Die Deutsche Telekom betreibt die KI-Fabrik unter strengen Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und Verfügbarkeit auf deutschem Boden.

Souveräner „Deutschland-Stack“
Die KI-Fabrik ist die Basis für den sogenannten „Deutschland-Stack“, den die Deutsche Telekom gemeinsam mit SAP bereitstellt: Die Deutsche Telekom-Tochter T-Systems verantwortet die Infrastruktur- und Plattformebene inklusive T Cloud. SAP liefert darauf aufbauend die Business Technology Platform und leistungsfähige Fach- und KI-Anwendungen. Dieser Tech-Baukasten stellt alle technischen Elemente bereit, die Kunden für ihre Cloud-Transformation brauchen. So lassen sich branchenspezifische Lösungen etwa für öffentliche Einrichtungen, innere Sicherheit, Industrie sowie Mittelstand schnell, sicher und regelkonform umsetzen.

Mit dieser Partnerschaft decken Deutsche Telekom und SAP von der physischen Infrastruktur bis zur Software alles ab, was Unternehmen für moderne KI-Anwendungen brauchen – Experten sprechen von einem Stack. Damit können über die reine Rechenleistung hinaus Beratung entlang der konkreten Bedürfnisse der Kunden erfolgen.

Auch über Deutschland hinaus ist die Industrial AI Cloud von erheblicher Bedeutung: „Mit der Industrial AI Cloud schaffen wir nicht nur Rechenleistung, sondern ein industrietaugliches Ökosystem für souveräne KI in Europa. Unternehmen, Forschung und öffentlicher Sektor erhalten hier eine sichere, skalierbare Plattform, um KI vom Pilotprojekt in den produktiven Einsatz zu bringen. Dass die KI-Fabrik so nah an der österreichischen Grenze entsteht, ist ein starkes Signal für gelebte europäische Zusammenarbeit und kommt somit auch unseren österreichischen Kunden zugute“, so Peter Lenz, Managing Director bei T-Systems Austria.

Für die KI-Fabrik wurde im Rahmen der laufenden Revitalisierung des Tucherparks, eines der größten europäischen Stadtentwicklungsprojekte ein ehemaliges Rechenzentrum mit einer Fläche von etwa 10.700 m² entkernt und grundlegend modernisiert. Ausgestattet mit leistungsstarker Glasfaseranbindung und modernster Technik. Das Rechenzentrum wird vollständig aus erneuerbaren Energien betrieben. Es ist auf Energieeffizienz ausgelegt. Die Abwärme wird in Zukunft das gesamte Quartier Tucherpark mit Wärme versorgen. Ein modernes Kühlkonzept setzt auf Kühlung des Rechenzentrums durch Wasser des nahegelegenen Eisbaches.

Zu den ersten Großprojekten auf der Industrial AI Cloud gehört das Forschungsprojekt SOOFI (Sovereign Open Source Foundation Models). Die Leibniz Universität Hannover hat der Telekom einen Auftrag erteilt, um die technische Infrastruktur für die Entwicklung eines neuen europäischen Large Language Models (LLM) bereitzustellen.

Populär

In New York werden ungenutzte Luftrechte zu handelbarem Baupotenzial. So können neue Baukörper über oder neben bestehenden Gebäuden entstehen. Foto: REPORT/Eva Flatscher

Haus über Haus: Wie New York mit Luftrechten baut

In New York wird nicht nur mit Grundstücken gehandelt, sondern auch mit dem...
Batterieelektrische Scania-Zugmaschine in Dreiviertelansicht.

Langstrecke unter Strom

Scania will batterieelektrische Lkw stärker für längere Strecken einsetzen....
Luftaufnahme des Knauf-Standorts in Ferndorf in Kärnten mit Produktionshallen, Bahntrasse sowie angrenzenden Feldern und Gewässern.

Knauf investiert 30 Millionen Euro in Recyclinganlage

In Ferndorf in Kärnten entsteht eine neue Recyclinganlage für Glas- und...
Buchcover: Homo Universus von Matthias Strolz
Cover: Edition Platin

Homo Strolzus

Matthias Strolz widmet sich in „Homo Universus“ den großen Fragen des...
Gruppenbild Studierende mit Michael Nowak vor der verbotenen Stadt

Studierende tauchten in Chinas Tech-Welt ein

Das Bildungsprogramm „Seeds for the Future“ fand in diesem Jahr zum zwölften...
Gespräch am Tisch im Businessumfeld

Umfrage: Wie gut sind Unternehmen auch kommunikativ auf NIS2 vorbereitet?

Am 1. Oktober 2026 tritt in Österreich die NIS2-Richtlinie in Kraft. Damit...