Samstag, Oktober 24, 2026

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Genussscheine, Wandelanleihen und nachrangige Darlehen sind eine Alternative zu herkömmlichen Finanzinstrumenten – und bieten Anleger*innen interessante Beteiligungsmodelle.

Die Renaissance hybrider Finanzierungen

 

Hybride Finanzierungsformen haben eine lange Tradition und werden derzeit wieder stark nachgefragt. Früher vorwiegend Konzernen und institutionellen Investoren vorbehalten, stehen sie heute auch mittelständischen Unternehmen und einer breiten Anlegergruppe offen. Konkret dreht es sich um Genussscheine, Wandelanleihen und nachrangige Anleihen, die inzwischen über digitale Plattformen wie CONDA Capital Market auch Privatpersonen zugänglich sind. Interessierte Anleger*innen können in diese Produkte investieren und direkt am Wachstum der Unternehmen partizipieren.

CONDA-Geschäftsführer Daniel Horak sieht in der zunehmenden Nutzung hybrider Finanzierungsinstrumente eine positive Entwicklung: »Wir beobachten eine wachsende Nachfrage nach mezzaninen Produkten – sowohl von Unternehmensseite als auch bei Anleger*innen. Die erfolgreichen Emissionen zeigen eindrucksvoll, wie moderne Kapitalmarktfinanzierung auch für KMU funktionieren kann.«

Eigenkapital-Spritze
Die sogenannte Mezzanine-Finanzierung ist zwischen Eigen- und Fremdkapital angesiedelt. Unternehmen können damit Kapital aufnehmen, ohne Anteile abzugeben oder sich langfristig zu verschulden. Für Betriebe, die wegen ihrer schwachen Eigenkapitalausstattung bei Banken auf taube Ohren stoßen, ergeben sich dadurch alternative Finanzierungsmöglichkeiten für ihre Investitionsvorhaben. Mit einem zusätzlichen Effekt: Aufgrund des eigenkapitalähnlichen Charakters der Anlageprodukte verbessert sich die Bonität der Unternehmen.

Auf hybride Finanzierung setzt beispielsweise das Stuttgarter Unternehmen MagicHolz, Hersteller von mechanischen Holzmodellen, um das Produktsortiment zu erweitern, die Logistik zu optimieren und den Vertrieb über Plattformen zu stärken. »Unser Ziel ist es, MagicHolz nachhaltig zu skalieren und langfristig im nationalen und internationalen Handel erfolgreich zu sein«, erklärt MagicHolz-CEO Lars Leenen. Über nachrangige Anleihen soll das gelingen.

Ein aktuelles Beispiel für eine Finanzierung über Genussscheine ist die SMG Holding, die kleine und mittelständische Unternehmen mittels Reverse-IPO auf einem gesicherten Börsengang begleitet. Derzeit nutzt die SMG Holding selbst die Plattform CONDA, um frisches Kapital für die Weiterentwicklung neuer Branchen und Märkte zu generieren. »Wir sehen großes Potenzial darin, den Kapitalmarkt auch für kleinere und mittlere Unternehmen wieder zugänglich zu machen. Der Genussschein ist für unsere Weiterentwicklung das ideale Instrument – flexibel, investorenfreundlich und ohne Verwässerung der Eigentümerstruktur«, erklärt Stefan Petrikovics, CEO der SMG Holding.

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Bild: Stefan Petrikovics, CEO der SMG Holding: »Den Kapitalmarkt auch KMU zugänglich machen.«

Als Europas einziger IPO-Sponsor öffnet die SMG Holding den Zugang zu öffentlichen Kapitalmärkten, ohne die Risiken eines traditionellen Börsengangs. Mehr als 50 Transaktionen wurden bereits abgewickelt. Dabei werden Unternehmen in eine bestehende Mantelgesellschaft eingegliedert und eine beschleunigte Kapitalmarktfinanzierung bei gleichzeitiger Wahrung von Kontrolle und Flexibilität ermöglicht. »IPO-Sponsoring ist ein effektiver, risikoärmerer Zugang zu Kapital, ohne auf Transparenz und Struktur zu verzichten«, erklärt Petrikovics. Die Zukunft der KMU – und damit die Beständigkeit des Wirtschaftsstandortes – hänge davon ab, wie gut die Unternehmen Zugang zu vielfältigen Finanzierungsmodellen erhalten.

 

Glossar

Golden bull with stacks of golden coins on a dark blue backdrop - 3D illustration

Genussscheine
Ein Genussschein ist ein Wertpapier, das dem bzw. der Inhaber*in bestimmte Vermögensrechte an einem Unternehmen einräumt. Dem Unternehmen wird ermöglicht, Kapital zu generieren, ohne (neue) Aktien auszugeben. Die Investor*innen erhalten eine jährliche Gewinnausschüttung, sind aber nicht stimmberechtigt.

Wandelanleihen
Wandelanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die von dem bzw. der Inhaber*in in Aktien des emittierenden Unternehmens getauscht werden können. Das Umtauschverhältnis ist bereits vorab festgelegt. Wird das verbriefte Wandlungsrecht nicht in Anspruch genommen, wird das Kapital am Ende der Laufzeit wieder ausbezahlt.

Nachrangige Anleihen
Nachranganleihen sind eine besondere Form festverzinslicher Wertpapiere, die attraktive Renditen bei höherem Risiko bieten. Im Falle einer Insolvenz oder Liquidation des Unternehmens werden zuerst alle anderen, vorrangigen Gläubiger bedient. Für Emittenten eröffnet sich die Möglichkeit, das Eigenkapital zu stärken, ohne das Stimmrecht zu verwässern.

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