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Energie & Industrie
Stark unter Druck
Die österreichische papierverarbeitende Industrie verzeichnete 2025 ein weiteres schwieriges Jahr. Der Produktionswert sank um drei Prozent auf 2,223 Milliarden Euro, mengenmäßig blieb der Rückgang (-1,2 %) noch vergleichsweise moderat. Marko Bill Schuster, Obmann des Fachverbands PROPAK, sieht die Gründe nur zum Teil in der geopolitischen Lage: »Sinkende Umsätze, hohe Arbeitskosten und ein härter werdender internationaler Wettbewerb schmälern die Spielräume für Investitionen am Standort Österreich.«
Eine aktuelle EcoAustria-Studie benennt Standortnachteile Österreichs, vor allem bei Kosten und Produktivität. Besonders deutlich zeigt sich die ungleiche Wettbewerbssituation in den Lohnstückkosten: Während diese zwischen 2017 und 2025 um rund 37 Prozent stiegen, lag der Zuwachs im Euroraum bei 27 Prozent und in der Schweiz nur bei sechs Prozent. Auch bei der Produktivität fällt Österreich zurück: Die reale Arbeitsproduktivität stieg seit 2017 hierzulande nur um rund vier Prozent. Spitzenreiter sind Polen (25 %), die Slowakei (20 %) und Ungarn (17 %). »Die österreichischen Unternehmen sind nicht nur mit schwächerer Nachfrage, sondern auch mit einer deutlich ungünstigeren Kosten- und Produktivitätsentwicklung konfrontiert«, sagt EcoAustria-Direktorin Monika Köppl-Turyna. »Gerade für eine stark exportorientierte Industrie ist das ein gravierender Standortnachteil.«
Rund 80 Prozent der Produkte gehen ins Ausland. Deutschland ist der wichtigste Absatzmarkt, gefolgt von der Schweiz und Polen. Die Wettbewerbssituation in den Kernmärkten verschiebt sich indessen zulasten Österreichs. Zwar konnten heimische Unternehmen in einzelnen Ländern zulegen, vielfach verloren sie jedoch Marktanteile an schneller wachsende Wettbewerber. In Deutschland etwa sank der österreichische Marktanteil von 10,3 auf 8,0 Prozent. Anbieter aus Polen, China, Italien und Spanien gewannen an Bedeutung. Für 2026 bleibt der Ausblick der Branchenvertreter zurückhaltend. Wachstum wird vorerst nicht erwartet.
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