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Resiliente Lieferketten – Ein neuer Hype?

Der Ruf nach Resilienz in den Lieferketten wird lauter. Nach den Erfahrungen einer weltweiten Pandemie und den immer deutlicheren Auswirkungen der Klimakrise scheint das sinnvoll. Doch was macht eine solche Lieferkette tatsächlich resilient und wie bleibt sie dabei hinreichend effizient?

Resiliente Lieferketten – Was soll das heißen?

Eine resiliente Lieferkette bedeutet, dass diese wenig bis gar nicht anfällig für äußere Gefahren ist. Eine 100% Sicherheit gibt es natürlich nicht, aber man kann die Gefahren reduzieren. Zuerst geht es um eine vollständige Risikoanalyse um die unterschiedlichen Bedrohungen jetzt und auch in Zukunft zu verstehen.

Ein wichtiges Mittel für Resilienz ist die Regionalisierung von Lieferketten. Hier muss jedoch betrachtet werden, was „regional" bedeutet. Je nach Branche kann „regional" auch der europäische Kontinent sein.

TCO greift zu kurz und funktioniert nicht mehr

TCO (Total Cost of Ownership) wurde in den letzten Jahrzehnten in allen Facetten gerechnet. Doch das greift zu kurz. In Zukunft werden folgende Einflüsse zunehmend zum Veränderungstreiber:

- Transportkosten werden durch höhere Emissionskosten in absehbarer Zeit teurer.

- Die Auslegung der Entkopplungsstufen (Bestände oder Zeit) und die Reaktionszeit bei Qualitätsabweichungen sind beide deutlich kleiner, wenn Lieferanten näher am Standort sind.

- Die Zusammenarbeit mit den Lieferanten wird in Zeiten weiterer Berichtspflichten (z.B. CSDDD, LKSG) immer wichtiger.

- Am Ende geht es auch um die Stärkung des eigenen Wirtschaftsraums. Denn irgendjemand muss die Produkte und Dienstleistungen, die man anbietet, auch kaufen. Und das klappt nur, wenn es Menschen gibt, die die nötige Kaufkraft haben.

Kein Hype, sondern überfällig

Resiliente Lieferketten sind eigentlich nicht neu. Befasst man sich mit den Kernideen von Kaizen und dem daraus missverständlich abgeleiteten Begriff „Lean", kennt man die Bedeutung. Lieferketten, die weniger komplex und kurz sind, mögen vom Einkaufspreis her teurer sein. Im Gesamtsystem sind sie es jedoch nicht. Berücksichtigt man die kürzeren Reaktionszeiten bei Qualitätsproblemen, die Folgen bei Unterbrechungen der Lieferkette sowie Folgekosten der Administration, ist die regionalisierte und damit weitaus resilientere Lieferkette erheblich kostengünstiger und damit effizienter.

Resiliente Lieferketten sind somit keineswegs ein neuer Hype. Äußere Einflüsse, wie Pandemien und die Klimakrise, haben lediglich das sichtbar gemacht, was ohnehin schon immer klar war, wenn man holistisch und nicht nur innerhalb einzelner Silos gedacht hat.

Bild: iStock

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