Tuesday, May 26, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Flucht nach vorn

flucht-nach-vorn-c-ts

Digitalisierung ist weit mehr als die Einführung neuer Technologien und Tools. Unternehmen der nächsten Generation sind proaktiv und erfinden sich oftmals neu. Ein Gastkommentar von Thomas Schmutzer, Präsident des Forschungsinstituts Next Generation Enterprise

Vor Weihnachten nutzen wir Online-Stores, um Geschenke zu bestellen; sichtbar an den Stapeln von leeren Amazon-Packerln im Müllraum. Für einen Skiurlaub buchen wir über Plattformen wie »booking.com« eine Unterkunft – natürlich eine, die gratis WLAN anbietet. Auch Rezepte für die Feiertage suchen wir online und fügen die Zutaten in eine Einkaufslisten-App wie »Bring!« ein, um sie immer dabei zu haben. Die Weihnachtsmusik kommt nicht mehr aus dem CD-Player, sondern von iTunes oder Spotify. Unsere Lieblingsserie schauen wir lieber über Netflix, statt im Fernsehen durch häufige Werbeunterbrechungen herausgerissen zu werden. Privat sind wir längst ein Teil der digitalen Welt.

Veränderungshebel

Was haben diese Beispiele gemeinsam? Wir nutzen Angebote von Unternehmen der nächsten Generation, die digitale Vertriebs- und Servicekanäle einsetzen und so ihr Geschäft verlagert und vollkommen neu bzw. quer gedachte Geschäftsmodelle aufgebaut haben.

Entstehen diese Unternehmen der nächs­ten Generation aus dem Nichts? Hierzu ein ganz klares Nein als Antwort. Unternehmen, die rechtzeitig verstanden haben, dass unsere Lebens- und Geschäftswelten sich inzwischen ganz grundsätzlich verändern und verschieben, passen sich proaktiv an und erfinden sich oftmals neu. In vielen Bereichen kann man das beobachten: Reisebuchungen, Buchkäufe, Kleidungskauf, das Konsumieren von Musik finden immer weniger offline statt. Und der Lebensmittelhandel ist die nächste Branche auf dem Sprung in diese Richtung. Für etablierte Unternehmen bedeutet das, den Weg mitgehen zu müssen oder massive Einbußen zu riskieren, schlimmstenfalls sogar vom Markt zu verschwinden. Beispiele dafür sind uns allen wohl bekannt.

Unternehmen, die sich den Bedingungen des digitalen Strukturwandels nicht anpassen, laufen Gefahr, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auszusterben oder zumindest in die Bedeutungslosigkeit zu fallen. Es bleibt – de facto – nur die Flucht nach vorne.

Und diese Flucht nach vorne hat noch weitere Konsequenzen: Mit der Modernisierung oder der Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen geht auch die tiefgreifende Veränderung von Arbeitsprozessen in Unternehmen einher. Virtuelle Realität oder künstliche Intelligenz optimieren nicht nur bestehende Abläufe und Arbeitsweisen, sondern können diese dematerialisieren. Neue Arbeitszeit- und Jobmodelle, mobiles

Arbeiten und die Digitalisierung des Arbeitsplatzes sind nur einige Veränderungshebel, die auf dem Weg zum Unternehmen der nächsten Generation bedient werden müssen.


Digitalisierung ist aber weit mehr als die Einführung neuer Technologien und Tools. Das Thema ist bedeutend größer und lässt sich nicht auf veränderte Zusammenarbeit einschränken. Überlegungen beginnen vielleicht auf Kundenprozess-Ebene oder betreffen die interne Zusammenarbeit, setzen sich aber dann rasch fort und ziehen sich letztlich durch das gesamte Unternehmen.

Digitalisierung sollte immer nach den drei Dimensionen People, Place und Technology gemeinsam behandelt werden. Gemäß dem Prinzip »Besser schnell als perfekt« macht es wenig Sinn, Transformationen mit genauem Projektplan und bis ins kleinste Detail zu planen, da sich vieles auch erst im Laufe des Weges ergibt.

Vielmehr ist es wichtig, Leitplanken und grundlegende Aspekte zu definieren und sich dann Schritt für Schritt weiter zu hanteln. Das erhöht die Geschwindigkeit der Transformation und gibt Gelegenheit, von Erkenntnissen und Learnings rasch und einfach zu profitieren.

×
Stay Informed

When you subscribe to the blog, we will send you an e-mail when there are new updates on the site so you wouldn't miss them.

12-Stunden-Arbeitstag am Bau undenkbar
Keine Magier, nur Suchende

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.report.at/

Firmen | News

Vertiv
26 May 2026
Firmen | News
Vertiv™ CoolChip CDU 2300 und Vertiv™ CoolChip Fluid Network Row Manifolds werden auf dem Datacloud Global Congress vorgestellt Vertiv (NYSE: VRT), ein weltweit führender Anbieter für kritische digitale Infrastrukturen, gibt die Erweiterung seiner du...
Firmen | News
20 May 2026
Firmen | News
Wie schaffen Industrieunternehmen die nächste Stufe der Digitalisierung? Zu dieser Frage zeigte Axians auf der Hannover Messe spannende Lösungen – mit dem bisher größten Auftritt bei der weltweiten Leitmesse für die Industrie. 210 m2 Standfläche ermö...
Marija Kotnig
20 May 2026
Firmen | News
Mit den Inhousetrainings der Quality Austria Academy stärken wir auch in global wirtschaftlich herausfordernden Zeiten gezielt unsere Zusammenarbeit. Als Ihr zuverlässiger Partner bieten wir verlässliche Inhousetrainings mit partnerschaftlichen Kondi...
Marija Kotnig
19 May 2026
Firmen | News
Qualitätssicherung ist heute mehr denn je erfolgsentscheidend. Organisationen müssen Excellence anstreben, um auch unter Unsicherheit leistungsfähig zu bleiben. Beim qualityaustria Excellence Day am 17. Juni 2026 kommen im Erste Campus in Wien Expert...

Neue Blog Beiträge

22 May 2026
Intelligente Netze
Mensch und Gesellschaft
Eine aktuelle Studie aus Stanford, Chicago und Swinburne zeigt, dass autonome KI-Agenten unter belastenden Arbeitsbedingungen messbar andere Haltungen entwickeln und diese über Skills-Files an Nachfolgeinstanzen weitergeben. Für Compliance, Auditing ...
22 May 2026
Architektur, Bauen & Wohnen
Mit der Initiative »ROT-WEISS-ROT BAUEN« setzt sich die Gewerkschaft BAU-HOLZ dafür ein, regionale Arbeitsplätze, unsere hochwertige Ausbildung und ehrliche Unternehmen in Österreich zu stärken. Wer fair arbeitet, Lehrlinge ausbildet und ordentliche ...
15 May 2026
Intelligente Netze
Uncategorized
Europa
Anthropic hat am 12. Mai 2026 ein umfangreiches Paket für die Rechtsbranche vorgestellt: über zwanzig neue MCP-Connectoren zu der Software, auf der juristische Arbeit aufsetzt, dazu zwölf praxisfeldspezifische Plugins. Claude soll damit vom reinen Sc...