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Beton macht Österreichs Städte und Regionen klimafit

 Die Bauwirtschaft steht heute vor einer doppelten Herausforderung: Wir müssen CO₂-Emissionen reduzieren und zugleich widerstandsfähige Strukturen schaffen, die den Folgen des Klimawandels standhalten. Beton spielt in dieser Balance eine entscheidende Rolle – als langlebiger und regionaler Werkstoff für Schutzbauten, tragende Infrastrukturen und intelligente Lösungen im urbanen und ländlichen Raum.


Klimabedingte Extremereignisse nehmen zu – Hochwasser, Hangrutschungen, Hitzewellen oder Bergstürze durch das Aufgehen des Permafrosts. Dabei steht fest: Österreichs Schutzbauten müssen künftig noch höheren Belastungen standhalten. Hier beweist Beton seit Jahrzehnten seine Leistungsfähigkeit: in Schutzbauten gegen Lawinen, Steinschlag und Muren, beim Hochwasserschutz, für Rückhaltebecken oder Kanalsysteme.

Seine Materialeigenschaften – hohe Druckfestigkeit, Dichtheit, Formstabilität und Dauerhaftigkeit – machen Beton zum idealen Baustoff für Bauwerke, die über Generationen bestehen. Diese Langlebigkeit ist ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz: Je länger ein Bauwerk hält, desto geringer sind Ressourcenverbrauch und Emissionen über den Lebenszyklus.

Schutz bei Extremwetter
Auch in Städten wird der Schutzgedanke neu interpretiert. Das Konzept der Schwammstadt setzt darauf, Regenwasser lokal zurückzuhalten, zu speichern und gezielt versickern zu lassen. Beton spielt dabei eine tragende Rolle: durchlässige Beläge, Retentionsspeicher, Speicherrigolen oder wasserdurchlässige Pflasterelemente ermöglichen die kontrollierte Aufnahme und Weitergabe von Niederschlagswasser.

Das Rückhaltebecken Auhof in Wien zeigt eindrucksvoll, wie Beton vor den Folgen von Extremwetterereignissen schützt.: Sechs riesige Rückhaltebecken, die aus einer Kombination von hohen Schutzmauern und üppiger Vegetation bestehen, haben im September 2024 dem Jahrtausend-Hochwasser für den Wienfluss standgehalten und werden momentan auf ein fünftausendjährliches Hochwasser aufgerüstet. Dabei spielt Beton wieder eine wichtige Rolle, denn nur mit diesem widerstandsfähigen Baustoff können Hochwasserfluten dort gestoppt bzw. umgelenkt werden, wo es keine Überflutungsräume oder Möglichkeiten zur Renaturierung von Flussufern gibt.

So können Schäden vermieden, Grundwasserstände stabilisiert und sogar urbane Hitzeinseln reduziert werden. Besonders in Kombination mit aktiv kühlender Vegetation und heller Oberflächengestaltung entsteht eine robusteklimawirksame Infrastruktur, die dazu beiträgt, das Mikroklima zu verbessern. Da spielen Bäume und begrünte Fassaden eine besonders wichtige Rolle. Und wie erfolgreiche Bauprojekte aus Wien – wie die Wohnanlage Nordbahnhof III – zeigen: Mit der klugen und klimafitten Gestaltung von Außenräumen kann man die gefühlte Temperatur sogar um 14 Grad im Vergleich zu vollversiegelten Flächen reduzieren.

Kein Gegensatz zur Nachhaltigkeit
Beton steht nicht im Gegensatz zur Nachhaltigkeit, sondern er ist ein integraler Bestandteil des klimaresilienten Bauens. Schutzbauten, Schwammstadtelemente für grüne Oasen und langlebige Infrastrukturen zeigen: Mit dem Verständnis über die Stärken einer sensiblen Verschränkung von Grün und Grau und modernster Planung und Technologie machen wir unsere Städte und Regionen lebenswert und klimaresilient zugleich.

Wie wichtig die Thematik ist, zeigt auch das Kolloquium der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie am 12. November 2025: Der Impulsvortrag und die Podiumsdiskussion stehen heuer ganz im Zeichen von Klimawandel und Naturgefahren. Das hochkarätig besetzte Podium beleuchtet das Thema Resilienz und Erfordernisse hinsichtlich Anpassungen der Gesellschaft im Kontext von Infrastruktur und Bauwirtschaft.

Klimafitte Architektur braucht Materialien, die beides können – schützen und bestehen. Beton kann das.

Sebastian Spaun ist Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie und Vorstand von Beton Dialog Österreich.
Bildquelle: VÖZ/Stefan Seelig


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