Friday, March 20, 2026

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Bau | Immobilien

Dem Bau & Immobilien Report exklusiv vorliegende Zahlen der internationalen Auskunftei Creditsafe zeigen, dass die österreichische Bau- und Immobilienwirtschaft weiter stark unter Druck steht – nicht zuletzt im Vergleich zu Deutschland.

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Im Oktober hat die internationale Auskunftei Creditsafe einen viel beachteten Branchencheck für die deutsche Bau- und Immobilienwirtschaft veröffentlicht. Dabei hat sich gezeigt, dass beide Branchen unter starkem Druck stehen. Zwar bleibt die Bonität hoch, doch die Risiken verschärfen sich – vor allem für kleinere Unternehmen.

In der deutschen Immobilienwirtschaft kann von einer Insolvenzwelle bislang keine Rede sein. Die Quote stieg in den vergangenen zwei Jahren nur leicht von 0,36 auf 0,42 Prozent und liegt damit weiterhin unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt von 0,56 Prozent. Anders im Baugewerbe: Hier summieren sich 6.800 Insolvenzen auf eine Quote von 1,0 Prozent – fast doppelt so hoch wie im Immobiliensektor. Die Kreditwürdigkeit beider Branchen bleibt überdurchschnittlich. Die Immobilienwirtschaft erreicht einen Bonitätsscore von 60 (von 100), während die Ausfallwahrscheinlichkeit von 1,4 auf 1,3 Prozent sank. Dafür ist die Überschuldungsrate gestiegen: 17,1 Prozent der Firmen sind betroffen, besonders kleine Betriebe geraten ins Wanken.

Im Bau ist der Score mit 66 ebenfalls stabil, die Überschuldungsrate mit 10,8 Prozent sogar niedriger. Die Ausfallwahrscheinlichkeit liegt bei 1,0 %.
Hinter der steigenden Zahl an Insolvenzen und Auflösungen stehen vor allem externe Belastungen, die Immobilien- und Bauwirtschaft gleichermaßen treffen. Zwei Entwicklungen stechen besonders hervor: die Zinswende, die Finanzierungen verteuert und Investitionen bremst, sowie die anhaltende Materialknappheit, die Bauprojekte verzögert und verteuert.

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Lage in Österreich
Die Bonität der österreichischen Unternehmen ist deutlich schlechter als in Deutschland. Der Bonitätsscore in der Immobilienwirtschaft sank von 64 auf 58, im Baugewerbe ist der Score über die letzten zwölf Monate zwar stabil, aber auf einem bescheidenen Niveau von 47. Auch die Ausfallwahrscheinlichkeiten sind gestiegen, von 1,16 % auf 1,30 % im Bauwesen und von 0,63 % auf 0,83 % in der Immobilienwirtschaft.

Der Druck vor allem im Bauwesen/Ausbaugewerbe ist enorm: In den letzten 12 Monaten wurden 1.856 Betriebe neu gegründet, gleichzeitig haben 2.999 Betriebe geschlossen. Unterm Strich sind das 1.143 Unternehmen weniger. In der Immobilienbranche gab es sogar ein leichtes Plus. 910 Neugründungen stehen 783 Schließungen gegenüber – also + 127 Unternehmen, etwa aus den Bereichen Vermietung, Verwaltung oder Maklerwesen. Die Überschuldungsrate liegt im Bauwesen bei 7,83 %, in der Immobilienbranche bei enormen 40,49 %.

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