Tuesday, April 21, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Der Bau & Immobilien Report hat prominente Stahlbauunternehmen nach aktuellen Vorzeigeprojekten gefragt.

Zentraler Omnibusbahnhof Mönchengladbach (ZOB). Bild: Marcus Bredt

Blickfang für Verkehrsknotenpunkt

Tagsüber schattenspendend und lichtdurchlässig, bei Dunkelheit in unterschiedlichen Farben durchleuchtet: Am Zentralen Omnibusbahnhof Mönchengladbach (ZOB) hat Zeman & Co zwei Membrankissen-Überdachungen realisiert, die den ZOB optisch und funktional aufwerten sollen. Als filigrane Stahlkonstruktion auf elf Stützenbündeln ausgeführt, überspannen sie 1.760 m². Bei Dunkelheit gewährleistet die integrierte Beleuchtung mit rund 2.500 LEDs eine gleichmäßige, wechselnde Ausleuchtung. Die Lichtfarben sind frei wählbar und können beispielsweise bei Heimspielen in den Vereinsfarben von Borussia Mönchengladbach dargestellt werden. Für die LEDs wurden in die unteren Stahlträgerwände per Laserschnitt Öffnungen eingebracht, in die von Zeman entwickelte, luftdichte LED-Befestigungsrahmen mit Glasfenster eingesetzt sind. Die helle, flächige Lichtwirkung steigert zudem das Sicherheitsgefühl an diesem hochfrequentierten Verkehrsknotenpunkt.

Die Stahlkonstruktion wurde von Zekon Sp. z o.o., einem Schwesterunternehmen von Zeman & Co., gefertigt und geliefert. Zur Reduktion der Anzahl der Stöße sowie von Schweißaufwand und Bauzeit wurden bis zu 20 m lange Bauteile im Werk vorgefertigt, per Sondertransport geliefert, vor Ort verschraubt und zu einem biegesteifen Trägerrost verschweißt. Die Stützluft für die 45 pneumatisch aufgeblasenen Membrankissen wird über in die Stützen integrierte Leitungen eingebracht und über Öffnungen in den Stahlträgern gleichmäßig verteilt. Alle Membranpolster werden über ein zentrales Druckluftgerät versorgt.

Projektbeginn: Oktober 2024
Projektende: Juni 2025
Auftraggeber: NEW mobil und aktiv Mönchengladbach GmbH
Verbauter Stahl: 180 to
Projektvolumen: k. A.

 

Ausbau A43

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Beim sechsstreifigen Ausbau der A43 in Nordrhein-Westfalen ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: Die Stahlbauarbeiten am ersten Brückenzug des Ersatzneubaus über die Gleise der Deutschen Bahn, die Emscher und den Rhein-Herne-Kanal wurden erfolgreich abgeschlossen. Seit Jänner 2024 realisiert die MCE GmbH, ein Unternehmen der Habau Group, im Abschnitt zwischen dem Autobahnkreuz Herne und der Anschlussstelle Recklinghausen-Hochlarmark insgesamt sechs neue Autobahnbrücken. Jede Richtungsfahrbahn umfasst drei wesentliche Bauwerke: eine 140 Meter lange Fachwerkbrücke über die DB-Strecke, eine 93,60 Meter lange Einfeld-Balkenbrücke über den Rhein-Herne-Kanal sowie ein vier- beziehungsweise fünffeldriges Mehrfeldtragwerk über die Emscher mit Längen von 173,60 Metern (Ost) und 113,40 Metern (West). Mit dem Abschluss der Stahlbauarbeiten am östlichen Brückenzug ist ein bedeutender Bauabschnitt planmäßig fertiggestellt. Nach Herstellung der Fahrbahnplatte und Ausführung der Ausbaugewerke wird der Verkehr auf die neu errichtete Richtungsfahrbahn umgelegt.

Projektbeginn: 2023
Projektende: 2029
Bauherr: Die Autobahn GmbH des Bundes
Verbauter Stahl: ca. 8.700 to
Projektvolumen: k.A.


Grüne Stahlproduktion

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Die voestalpine will mit dem Projekt »greentec steel« am Standort Donawitz einen Meilenstein für die Dekarbonisierung der europäischen Stahlindustrie setzen. Ziel ist eine schrittweise Umstellung auf eine CO₂-reduzierte Produktion durch den Einsatz grünstrombetriebener Elektrolichtbogenöfen, wodurch ab 2027 jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen Stahl klimafreundlicher erzeugt werden können. Bis 2035 wird eine Halbierung der Emissionen angestrebt.
Mit einem Elektrolichtbogenofen, einer Schrott- sowie einer Legierungshalle werden drei Schlüsselprojekte von der Unger Steel Group realisiert. Im Fokus stehen Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft und innovative Fertigungsprozesse. Unger verarbeitet CO₂-reduzierten Stahl und kann so den CO₂-Fußabdruck um 70 % verringern. Geprägt ist das Projekt von anspruchsvollen Rahmenbedingungen wie extremen Bauteilgewichten, komplexer Logistik und hohen Anforderungen an Präzision und Schallschutz. Die Gesamttonnage liegt bei 16.500 Tonnen.

Projektbeginn: Q2/2025
Projektende: Q3/2026
Bauherr: Voestalpine Donawitz
Verbauter Stahl: ca. 16.500 to
Projektvolumen: ca. 75 Mio. €

 

Verlängerung Schmiedehalle

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Für die Installation einer 40-MN-Schmiedepresse und zweier neuer Schmiedeöfen musste die von Haslinger Stahlbau im Jahre 2006 gelieferte Schmiedehalle der Breitenfeld Edelstahl AG angepasst, verstärkt, teilweise demontiert und entsprechend erweitert werden. Um die nötige Infrastruktur für die neuen Fertigungsmöglichkeiten zu schaffen, wurde die bestehende Halle durch eine neue Hallenkon­struktion ergänzt und neue Krananlagen mit erhöhter Tragkraft installiert. Die neue Stahlhalle hat eine Firsthöhe von ca. 20 Metern und ist für Hallenkräne mit einer Hubkraft von bis zu 30 t ausgelegt. Der Hallenum- und -neubau wurde von Haslinger in enger Abstimmung mit dem laufenden Werksbetrieb umgesetzt. Haslinger lieferte neben der gesamten Stahlkonstruktion auch die Gebäudehülle aus Trapezblechen, die Wandverglasungen sowie die Dachlichtbänder und RWA-Anlagen.

Projektbeginn: Frühjahr 2025
Projektende: aktuell in Fertigstellungsphase
Auftraggeber: Breitenfeld Edelstahl AG
Verbauter Stahl: 250 to
Projektvolumen: k. A.


Glastreppe für Tiffany & Co

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Die von Waagner Biro Steel and Glass vollständig aus Glas gefertigte Treppe im neuen Tiffany-Flagship-Store in Mailand ist die erste tragende Nur-Glastreppe Italiens. Ihre Seitenwangen spannen über 10,4 Meter und bestehen aus mehrfach laminiertem Glas, verbunden durch Glas-Glas- und Metallbolzen-Verbindungen mit Kunstharzfüllung. Graviertes eisenoxydarmes Glas erzeugt ein sanftes Tiffany-Leuchten, während alle Verbindungselemente aus hochglanzpoliertem Edelstahl mit Champagner-Finish nach spezifischen Kundenwünschen gefertigt wurden. In Zusammenarbeit mit dem ITC-CNR wurden umfangreiche Tests an maßstabsgetreuen Modellen sowie an der fertigen Treppe durchgeführt, um Tragsicherheit und Schwingungsverhalten zu verifizieren.

Planungsbeginn: 2022
Projektende: 2025
Auftraggeber: Tiffany & Co
Architekt: Peter Marino und Hugh Dutton Associés
Projektvolumen: k. A.

 

Fassade als Spiegel der Berge

Dynafit Headquarters Kiefersfelden; Knippers Helbig GmbH

Das Headquarter der Bergsportmarke Dynafit passt sich mit seinen zwei ineinander verschränkten, dreieckigen Gebäudetürmen optimal in die umliegende Berglandschaft ein. So wie die Berge je nach Lichteinfall ihre Erscheinung ändern, geben auch die Fassaden dem Gebäude je nach Tageszeit ein sich änderndes Erscheinungsbild. Für das spektakuläre Bauvorhaben realisierte das Stahlbau- und Fassadenunternehmen PICHLER projects die gesamte Stahlkonstruktion und Gebäudehülle. Besondere Herausforderung stellte die komplexe Geometrie des Gebäudes dar. Die Verkleidungen des Dynafit-Gebäudes sind in zwei Bereiche aufgeteilt: in die geneigten Flächen der beiden Türme und die vertikalen Außenwände. Erstere sind mit einer facettierten Stahl-Glas-Dachkonstruktion mit vorgehängten, perforierten Verschattungsblechen (»Shaders«) aus Aluminium ausgeführt. Die Stahlkonstruktion wurde in Leiterbauweise im Produktionswerk von PICHLER projects vorgefertigt und vor Ort verbaut. Zur Verglasung wurde ein Stahlaufsatzsystem verwendet, in welchem die Befestigungen für die Verschattungsbleche integriert wurden. Die Gesamtfläche der Gebäudehülle beträgt rund 6.000 Quadratmeter, wovon ca. 1.650 auf die Glasdachkonstruktion und ca. 4.350 auf vorgehängte, hinterlüftete Blechfassaden entfallen.

Projektbeginn: 2/2022
Projektende: 11/2023
Bauherr: Dynafit (Oberalp Gruppe)
Verbauter Stahl: 230 to
Projektvolumen: k. A.

 

 

Best Practice: Hoyer Brandschutz: Feuerwiderstand einer Stahlkonstruktion

Das Unternehmen Swissmill deckt rund 30 Prozent des Schweizer Getreidebedarfs. In einem Bestandsbau der Mühle in Zürich mit Produktion und Lagerung rückte bei einer Brandschutzevaluierung die Tragkonstruktion aus Stahl in den Fokus. Ihr Brandschutzanstrich in R60-Qualität hatte seine Wirksamkeitsgarantie überschritten – eine Sanierung stand an. Swissmill entschied sich jedoch für einen alternativen Ansatz: Es sollte ermittelt werden, wie hoch der Feuerwiderstand des Stahltragwerks im brandschutztechnisch ungeschützten Zustand ist.

Dafür kam eine Heißbemessung mit Naturbrandverfahren zum Einsatz. Zunächst bestimmte Hoyer Brandschutz mithilfe einer Brandsimulation die einwirkenden Temperaturen im Bereich der Stahlbauteile. Schlüter + Thomsen Ingenieure übertrug die Temperaturdaten anschließend in ein Strukturmodell der Stahlrahmen und berechnete deren Tragfähigkeit während der Branddauer. Die Simulationen brachten ein klares Ergebnis: Die Stahlkonstruktion wies auch ohne brandschutztechnische Ertüchtigung einen ausreichenden Feuerwiderstand auf. In der Produktion konnte daher vollständig auf eine Brandschutzsanierung verzichtet werden; in den Lagerbereichen wurde sie gezielt optimiert. Neben erheblichen Kosteneinsparungen wurde so auch ein mehrmonatiger Produktionsausfall vermieden.

Auftraggeber: Swissmill
Kundennutzen: Stahlkonstruktion in 4 Geschossen ohne Brandschutzanstrich ausführbar

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