Donnerstag, Juli 16, 2026

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Falsch entsorgte Lithium-Akkus führen in Österreich zu einer steigenden Zahl von Bränden in Entsorgungs- und Recyclingbetrieben. 2025 wurden laut dem Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) 36 größere Brandereignisse registriert. Seit 2012 hat sich die Zahl der Vorfälle verfünffacht. Statistisch kommt es in der Abfallwirtschaft bis zu sechs Mal täglich zu Bränden – nicht ausschließlich, aber wiederholt ausgelöst durch Lithium-Batterien im Restmüll.

Brandrisiko im Müll
vlnr Kren_Roth_Totschnig_Giehser_Mittnecker ©EAK

 

Laut Schätzungen der Montanuniversität Leoben landen jährlich rund drei Millionen Lithium-Batterien in Österreich im Restmüll. Das entspricht rund zwei Stück pro Tonne Abfall. In den kommenden Jahren könnte sich diese Menge auf etwa sechs Millionen Stück jährlich erhöhen.

2024 entfielen 46,5 Prozent der in Verkehr gesetzten Gerätebatterien auf Lithium-Technologie. Die Sammelquote lag im selben Jahr bei 13,3 Prozent, wie die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) mitteilte. Geschäftsführerin Elisabeth Giehser verweist neben der langen Lebensdauer der Batterien auf Fehlwürfe: „Das Risiko von Bränden steigt in Recycling-Betrieben und auf Sammelstellen durch den kontinuierlichen Zuwachs der Mengen an, insbesondere aber auch durch Fehlwürfe im Restmüll sowie in Papier- oder Kunststoffbehältern.“

Demonstration in Wien

Am 17. Februar 2026 luden die EAK, das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) sowie der Österreichischer Bundesfeuerwehrverband anlässlich des „Tages der Batterie“ zu einem Medientermin auf das Gelände der Saubermacher Dienstleistungs AG in Wien-Inzersdorf. In einem Live-Experiment wurde gezeigt, welche Folgen mechanisch beschädigte Lithium-Akkus haben können.

Berthold Kren, Segmentleiter Österreich bei Saubermacher, erklärte den technischen Hintergrund: „Wenn ein solcher Akku im Müllauto oder in der Sortieranlage zerdrückt bzw. mechanisch beschädigt wird, kann es zum sogenannten ‚thermischen Durchgehen‘ kommen.“ Dabei erhitzt sich der Akku selbstständig bis zur Entzündung. Im Restmüll treffen die Akkus auf leicht brennbare Materialien und große Abfallmengen.

Hoher Aufwand für Betriebe und Einsatzkräfte

Die wirtschaftlichen Schäden durch Brände in Entsorgungsanlagen belaufen sich laut Branchenangaben auf mehrstelligen Millionenbeträge. Hinzu kommen steigende Versicherungsprämien und wachsende Anforderungen an Brandschutzmaßnahmen.

Auch für Einsatzkräfte stellen derartige Brände eine Herausforderung dar. Martin Mittnecker vom Österreichischen Bundesfeuerwehrverband sagte: „Brände dieser Art entzünden gewaltige Abfallmengen. Die Bekämpfung ist langwierig und kann mehrere Tage beanspruchen.“ Neben dem hohen Personal- und Geräteeinsatz entstünden Belastungen durch Rauchgase sowie durch kontaminiertes Löschwasser.

Kampagne soll Bewusstsein erhöhen

Umweltminister Norbert Totschnig betonte die Bedeutung einer funktionierenden Entsorgungsinfrastruktur für Ressourcen- und Klimaschutz. „Wir müssen die Brand-Thematik noch stärker im Bewusstsein der Bevölkerung verankern“, erklärte er.

Bereits im September 2025 hatte das Ministerium im Rahmen eines „Runden Tisches Batterien“ eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit angeregt. Die Informationskampagne „Her mit Leer“ soll daher im Frühjahr 2026 unter dem Titel „Her mit Leer II“ fortgeführt werden. Ziel ist es, die getrennte Sammlung von Batterien und Akkus zu erhöhen und Fehlwürfe im Restmüll zu reduzieren.

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