Freitag, Juli 17, 2026

Mehrwert für Manager

Ausbau, Erneuerungen und Erweiterungen: Wie Energieinfrastruktur rund um Erzeugung, Speicherung und Verteilung für den Bedarf von morgen aufgerüstet wird.

Stromleitung Abendhimmel
Bild: iStock


XL-Werk
Das Herz der Wiener Stromversorgung, das Umspannwerk Simmering, wurde mit neuen, modernen Schaltanlagen ausgestattet. Mit dem neuen fünften Transformator und einer neuen 380-kV-Schaltanlage ist das Umspannwerk in Simmering das größte Wiens. Generell zählt das Umspannwerk Simmering mit einer Mittelspannungsanlage mit 127 Schaltfeldern zu einem der größten Umspannwerke Europas. Das neue Umspannwerk hat nunmehr fünf Riesen-Transformatoren, statt bisher vier. Die Umspanner wiegen jeweils 300 Tonnen und wurden mit der Bahn und einem Spezialkran an ihre Plätze gebracht. Neben einer neuen 380-Kilovolt-Anlage wurde eine 110-Kilovolt-Schaltanlage eingebaut. Rund 150.000 Meter Kabel wurden verlegt, mehr als 10.000 m³ Beton sowie 770 Tonnen Baustahl wurden verbaut. Das Umspannwerk und die daran angebundenen 380-Kilovolt-Erdkabel halten die Versorgungssicherheit Wiens stabil. Der Spatenstich für den Neubau des Umspannwerks Simmering ist 2020 erfolgt. Die Gesamtprojektsumme liegt bei 150 Millionen Euro.

 

Pumpspeicher

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Die Verbund-Tochter Donaukraftwerk Jochenstein AG hat im Juni beim Landrats­amt Passau die Anordnung der sofortigen Vollziehung des Planfeststellungsbeschlusses für den Energiespeicher Riedl beantragt. Dieser Schritt ermöglicht die Projektumsetzung parallel zu den laufenden Klageverfahren und verhindert Verzögerungen von mehreren Jahren. Der Energiespeicher Riedl ist als europäisches »Project of Common Interest« ein wichtiger Baustein für die Energiezukunft in Bayern und Österreich und wird als Pumpspeicherkraftwerk eine Leistung von mehr als 300  MW bieten – mit einem Wirkungsgrad von gut 80 Prozent. Bei einem Stromüberangebot wird Wasser aus dem Stauraum des Donaukraftwerks Jochenstein in ein rund 330  Meter höher gelegenes Oberbecken gepumpt. Bei hoher Nachfrage oder bei Engpässen im Netz wird das Wasser aus dem Speicherbecken zu den beiden unterirdischen Maschinensätzen zur Stromerzeugung geleitet. Die ökologisch hochwertigen Donauleiten werden durch das Projekt nicht berührt, da sich die Bauwerke tief im Berg darunter befinden.

 

Präzision

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Das imposante Gerät misst rund elf Meter in der Länge, 3,5 Meter in der Breite und beeindruckende 4,6 Meter in der Höhe. Nach dem Bahntransport vom Werk von Siemens Energy in Weiz zum Bahnhof Asten bei St. Florian wurde im März ein erster von drei baugleichen Transformatoren mit einem Transportgewicht von 272 Tonnen mit Spezial-Schwerlastwagen auf die 3,7 Kilometer lange Strecke Richtung Pichling transportiert. Für den Transport über die Tagerbachbrücke war die Errichtung eines Fly-Overs notwendig – eine temporäre, stabile Überbauung, die das Brückenbauwerk entlastet. Besonders knifflig gestaltete sich zudem die Eisenbahnunterführung im Südpark: Hier betrug der Spielraum lediglich fünf Zentimeter. Im Schritttempo und unter permanenter Überwachung durch erfahrene Einweiser wurde die Engstelle gemeistert. Das Transformatorentrio in Pichling ist eines gemeinsamen Projekts von APG, Netz OÖ und Linz Netz. Insgesamt investieren die drei Partner rund 800 Millionen Euro in den Bau eines 220-kV-Versorgungsrings, der die derzeitige 110-kV-Anspeisung des Zentralraums Oberösterreich zukunftsfit macht.

 

Doppelte Anbindung

Nach rund zwei Jahren Bauzeit ist das neue Umspannwerk Matrei in den Vollbetrieb gegangen – investiert wurden 46,5 Millionen Euro von Tinetz Tiroler Netze und Austrian Power Grid. Mit dem neuen Umspannwerk wird Osttirol künftig über zwei voneinander unabhängige Einspeisepunkte aus dem überregionalen APG Netz versorgt. Die rund 36 Kilometer lange 110 kV Leitung durch das Iseltal ist damit doppelt abgesichert – ein wesentlicher Gewinn für die Versorgungs und Ausfallsicherheit in der Region. Gleichzeitig ermöglicht die neue Anlage den verbesserten Abtransport von überschüssigem Strom aus Kleinwasserkraft und Photovoltaik, der nun österreichweit genutzt werden kann. Seit rund zehn Jahren setzt Tinetz in Osttirol ein umfangreiches Investitionsprogramm um: 63 Projekte in 23 Gemeinden verbessern die Stromversorgung im gesamten Bezirk. Zwischen 2014 und 2030 investiert das Unternehmen rund 92 Millionen Euro in die Energieinfrastruktur in der Region.

 

Megaprojekt

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Das im Bezirk Amstetten in Niederösterreich gelegene Umspannwerk Ernsthofen ist einer der größten Netzknoten im APG-Netz, in dem überregionale und regionale Versorgungsleitungen aufeinandertreffen. Die Betriebsdauer seit den 1940er-Jahren erforderte eine weitreichende Modernisierung des Werks. Erste Arbeiten an der 110-kV-Anlage wurde bereits vor dreieinhalb Jahren abgeschlossen. Nun ist die Eneuerung der sich über eine Fläche von 71.000 m² (dies entspricht etwa zehn Fußballfeldern) erstreckenden 220-kV-Schaltanlage im Gange: Bauabschnitt 1 wurde 2025 abgeschlossen, die Arbeiten im Bauabschnitt 2 starteten 2025 und werden bis 2027 finalisiert sein, während Bauabschnitt 3 im Zeitplan für 2027 bis 2029 vorgesehen ist. 22.000 m² zusätzliche Fläche werden für die Errichtung von Provisorien, für ein Containerdorf und Lagerplätze benötigt – ebenso wie 30.000  m³ Beton, 110.000 m³ Erdbewegung und 1.400 Tonnen Stahl. Das Megaprojekt sieht überdies die Errichtung dreier neuer 220/110-kV-Großtransformatoren vor. Der Projektabschluss ist für 2029 geplant.