Sunday, April 05, 2026

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Die Kelag Energie & Wärme und die Stadt Villach treiben den Ausbau der Fernwärmeversorgung gemeinsam voran. Dafür investiert der Energieversorger bis 2029 rund 30 Millionen Euro in den Ausbau des Fernwärmenetzes.

Kläranlage Villach und Biomasseheizwerk St. Agathen (links).

Villach zählt bereits heute zu den führenden Fernwärmestandorten Österreichs. Das Fernwärmenetz in der Stadt ist das siebtgrößte in Österreich und liefert den Kund:innen schon jetzt mehr als 90 Prozent Energie aus erneuerbaren Quellen. Biomasse und industrielle Abwärme sind die tragenden Säulen, ergänzt durch erste Anwendungen im Bereich Solarthermie. Ausgehend von dieser starken Basis entwickelt die Kelag Energie & Wärme das System nun gezielt weiter und baut es zukunftssicher aus.

Gemeinsam mit der Stadt Villach setzt die Kelag Energie & Wärme ein weiteres strategisches Leuchtturmprojekt um: die Nutzung der Abwärme aus der stadteigenen Kläranlage für die Fernwärmeversorgung. Die Energie des gereinigten Abwassers mit Temperaturen zwischen rund 10 und 20 Grad Celsius wird künftig über sechs Großwärmepumpen effizient auf ein Temperaturniveau von etwa 75 Grad Celsius angehoben und in das Rücklaufsystem der Fernwärme eingebunden. Die Integration erfolgt über das Biomasseheizwerk St. Agathen, sodass die bestehende Infrastruktur der Kelag Energie & Wärme intelligent genutzt und optimal ergänzt werden kann.

„Die Fernwärme Villach ist ein besonders gutes Beispiel dafür, wie der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien gelingen kann – weg von fossiler Abhängigkeit hin zu Unabhängigkeit vom Ausland, regionaler Wertschöpfung und Klimaschutz“, sagt Reinhard Draxler, Vorstand der Kelag. Vor rund 20 Jahren wurde nahezu der gesamte Fernwärmebedarf in Villach mit Erdgas gedeckt. Nach einer strategischen Neuausrichtung stammen heute 90 Prozent der genutzten Fernwärme aus erneuerbarer Energie. Reinhard Draxler: „Das ist umso bemerkenswerter, weil sich der Fernwärmeabsatz in Villach seither durch konsequente Ausbauten und Investitionen mehr als verdreifacht hat. Viele kleine und große Schritte waren dafür notwendig, nun setzt die Kelag Energie & Wärme diesen Weg weiter fort.“

Mit der Nutzung der Abwärme aus der städtischen Kläranlage erweitert die Kelag Energie & Wärme ihr Erzeugungsportfolio in Villach um eine weitere zentrale Säule der erneuerbaren Wärmeversorgung. „Ab dem Jahr 2028 können wir den Einsatz fossiler Energieträger sowie von Biomasse weiter reduzieren, gleichzeitig steigern wir die Effizienz des Gesamtsystems“, erläutert Adolf Melcher, Sprecher der Geschäftsführung der Kelag Energie & Wärme. „Die Nutzung der Energie im gereinigten Abwasser für die Fernwärme steht exemplarisch für den Anspruch, jede regional verfügbare Energiequelle sinnvoll und verantwortungsvoll zu erschließen.“

Weiterentwicklung des Gesamtsystems
Das Projekt ist als Bestandteil eines ganzheitlichen Investitionspakets konzipiert. Neben der neuen Wärmepumpentechnologie investiert die Kelag Energie & Wärme in die Versorgungssicherheit und die Leistungsfähigkeit des Netzes in Villach. Melcher: „Mit einer zusätzlichen Fernwärmeleitung vom Heizwerk St. Agathen in Richtung Innenstadt stärken wir die Redundanz, erhöhen die Betriebssicherheit und schaffen die Voraussetzung für weiteres Wachstum des Fernwärmenetzes. Damit können wir den kontinuierlich steigenden Wärmebedarf von Wohnungskund:innen ebenso zuverlässig bedienen wie den Bedarf von Industrie- und Großkund:innen.“

In Summe investiert die Kelag Energie & Wärme knapp 30 Millionen Euro in den Standort Villach. Rund 9 Millionen Euro werden für die Wärmepumpenanlage aufgewendet, rund 6 Millionen Euro für hydraulische Anpassungen und Maßnahmen zur Absicherung des Netzbetriebs sowie etwa 15 Millionen Euro für den weiteren Netzausbau.

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