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Back to office: Warum Unternehmen Fingerspitzengefühl beweisen sollten

Bild: iStock

Die Kontaktbeschränkungen sind gelockert und viele Unternehmen rufen ihre Mitarbeiter aus dem Home Office wieder ins Büro. Einfach so weiter wie zuvor – nur mit Abstandsregeln und Hygienevorschriften? Damit ist es nicht getan, wie eine Citrix-Umfrage zeigt. Denn durch die Erfahrungen der vergangenen Monate kommen Mitarbeiter mit veränderten Wünschen und Erwartungen zurück ins Office.

Was in vielen Unternehmen regelmäßig für Diskussionsstoff gesorgt hatte, haben die Monate der Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen von einem Tag auf den anderen erzwungen: Viele Mitarbeiter haben ihre Aufgaben vollständig im Home Office erledigt, sich in Online-Meetings mit Kollegen und Kunden abgestimmt und nach getaner Arbeit mitunter sogar gemeinsam digital auf den Feierabend angestoßen. Auch wenn der eine oder andere froh ist, seinen Mitstreitern und Kunden wieder live gegenübertreten zu können – die Mehrheit der deutschen Büroarbeiter hat sich bestens mit der Arbeit von zuhause arrangiert. Das zeigt eine Citrix-Umfrage*. Dabei gaben 41 Prozent der Befragten an, dass sie gerne häufiger im Home Office arbeiten würden. Vor der Coronakrise haben sie der Studie zufolge im Schnitt etwa fünf Tage pro Monat in den eigenen vier Wänden gearbeitet.

Wandel in der Unternehmenskultur: Flexibles Arbeiten als Must-have

In den letzten Monaten waren Unternehmen einer erzwungenen Flexibilität ausgesetzt, was sich positiv auf Mitarbeiter auswirkte. Sie durften ein verstärktes Vertrauen seitens der Arbeitgeber und eine größere Autonomie kennenlernen. Ein Viertel der Umfrageteilnehmer hofft, dass diese Errungenschaften auch nach der Krise erhalten bleiben. Zudem wünschen sich 39 Prozent der Arbeitnehmer flexiblere Modelle, bei denen sie einfach zwischen Büro und Home Office wechseln können. Und fast ebenso viele der befragten Büroarbeiter (38 Prozent) sind davon überzeugt, dass sich flexible Arbeitsmodelle und Fernarbeit künftig in einer insgesamt digitaleren Unternehmenskultur niederschlagen werden.

Das zeigt: Was manche Arbeitgeber bisher als attraktives Aushängeschild im Werben um hochqualifizierte Mitarbeiter gehandelt haben, hat sich schneller als erwartet zu einem Must-have entwickelt. Wer jetzt seine Teams komplett ins Büro zurückbeordert, begeht womöglich einen kaum wieder gut zu machenden Vertrauensbruch. Denn dass Arbeitnehmer ihre Aufgaben auch am Heimarbeitsplatz und ohne starre Zeitvorgaben zuverlässig erfüllen und nicht kollektiv ins Faulenzen geraten, haben die vergangenen Monate gezeigt.

Technologische Ausstattung und Büros neu denken

Was gilt es also zu bedenken, bevor die Bürotüren sich wieder vollständig öffnen? Zum einen haben die allgemeinen Hygienevorgaben schon jetzt viele Unternehmensräumlichkeiten verändert. Tische wurden etwa auseinandergerückt und die maximale Zahl der Anwesenden in einem Raum beschränkt. Für einige Unternehmen kann dies bedeuten, dass von vornherein nicht mehr alle Mitarbeiter gleichzeitig im Büro arbeiten können. Gleichzeitig haben 77 Prozent der von Citrix Befragten angegeben, im Home Office die gleiche oder sogar eine höhere Produktivität zu erreichen als im Büro. Denn in den meisten Fällen ist es am heimischen Arbeitsplatz deutlich ruhiger als im Großraumbüro. Dies schlägt sich unmittelbar auf die Konzentration – gerade bei komplexeren Aufgaben – nieder.

Großen Einfluss auf die Produktivität hat aber auch die technologische Ausstattung der Mitarbeiter. Wenn diese passt, dann ist das Home Office mittlerweile mit der Arbeit im Büro gleichauf, davon sind 63 Prozent der befragten deutschen Büroarbeiter überzeugt. Doch gerade in Sachen Technologie sieht mehr als ein Drittel noch erheblichen Nachholbedarf seitens der Unternehmen: Sie gaben an, auf ihren Arbeitsrechnern Software und Tools nutzen, die von der IT-Abteilung nicht genehmigt, oder sogar explizit verboten wurden – darunter insbesondere Kollaborations- und Kommunikationstools wie Instant-Messenger (53 Prozent) und Videokonferenz-Software (51 Prozent). Auf diese Weise entsteht ein unkontrollierbarer Wildwuchs von Schatten-IT, der im schlimmsten Fall große Sicherheitslücken reißen kann. Mit einem geeigneten Toolset, das der Arbeitgeber „mitliefert“, zum Beispiel in Form von Digital Workspaces, lässt sich dies leicht vermeiden.

Hybriden Arbeitsmodellen gehört die Zukunft

Das Büro der Zukunft sehen fast zwei Drittel (64 Prozent) in erster Linie als einen Ort für persönliche Treffen mit Kollegen und Kunden. Daraus ergeben sich interessante Ansätze für neue, hybride Arbeitsmodelle: Während die Mitarbeiter für kreative (Team-)Aufgaben oder Meetings ins Büro kommen, erledigen sie komplexe Aufgaben, die Ruhe erfordern, per Remote-Zugriff von zuhause. Solche Ansätze behalten nicht nur die Bedürfnisse und das Wohlbefinden der Mitarbeiter im Fokus, sie haben auch Vorteile für Arbeitgeber. So wird es beispielsweise zunehmend vorstellbar, beim Recruiting von Fachkräften die strenge Festlegung auf die Region zu lockern. Folglich werden Unternehmen, die ihre Mitarbeiter anstatt in festgelegten Büros auch dauerhaft und in großem Umfang im Home Office arbeiten lassen, auf einen deutlich erweiterten Talent-Pool zugreifen können. Und mit der geeigneten Technologie für digitale Arbeitsplätze ausgestattet, arbeiten solche Remote-Mitarbeiter mit ihren Kollegen genauso effektiv zusammen, als säßen sie „so wie damals“ in ein und demselben Büro.

*OnePoll befragte im Auftrag von Citrix 7.500 Büroarbeiter mittlerer und großer Unternehmen in Deutschland, den USA, Großbritannien, Australien, Kanada, Frankreich und den Niederlanden, die wegen der aktuellen Situation von zuhause arbeiten. Die Befragung wurde in April und Mai 2020 durchgeführt.

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