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"Aufrüstung geht ohne Umbauten"

Christina Schickmair ist Produktmanagerin bei dem Kappa Filter Systems.

Eine Eliminierung von über 97 % aller Viren aus der Luft von Innenräumen? Das oberösterreichische Unternehmen Kappa Filter Systems macht das mit einen Lüftungsfilter möglich, der erstmals mittels aktiver Viren getestet wurde und einfach in bestehende Lüftungsanlagen eingebaut werden kann. Im Gespräch mit Christina Schickmair, Verantwortliche des Produktmanagement des Herstellers aus Steyr.

Report: Was bieten Sie für Unternehmen für die Verbesserung von Luftqualität in Innenräumen? Wer sind Ihre Kunden?

Christina Schickmair: Kappa bietet Industrieanlagen zur Luftreinhaltung und Energierückgewinnung. Zu unseren Kunden zählen daher primär Industrieunternehmen. Unsere Leistungen für optimale Luftqualität waren daher bislang auf Industriehallen fokussiert und umfassen die Erfassung und Filtration industrieller Emissionen als auch die Be- und Entlüftung inklusive Beheizung und Kühlung von Industriehallen. Unsere Erfahrungen im Bereich der Filtration von gefährlichen und krankheitserregenden Emissionen bilden auch die Basis für unsere Produktentwicklung "Wavebionix". Mit dieser Innovation können bestehende Lüftungsgeräte, wie sie in der Be- und Entlüftung von Gebäuden eingesetzt werden, ausgestattet werden. Ausgestattet mit Wavebionix schützen diese Lüftungsgeräte vor einer möglichen Ansteckung in den versorgten Innenräumen.

Beispielsweise setzen derzeit in Österreich die Stadt Leonding in einem Test- und Impfzentrum, die Hypolandesbank Oberösterreich in ihrer Zentrale in Linz, die Stadt Steyr - im Stadtsaal ebenso wie bei einer Teststraße - sowie die NÖ Landwirtschaftskammer in ihrem Verwaltungsgebäude in St. Pölten ein, ebenso wie in Deutschland das Unternehmen Claas Landtechnik den Wavebionix ein.

Report: Was sollten Unternehmen hinsichtlich Aerosole beachten? In welchen Branchen oder in welchen Arbeitsplatz-Situationen ist eine besondere Vorsicht empfohlen oder vorgeschrieben?

Schickmair: Frischluft ist das Gebot der Stunde. Daher ist eine ausreichende Versorgung mit sauberer Frischluft sicherzustellen. Das geht am einfachsten indem die bestehenden Lüftungsanlagen mit hochwertigen Filtereinsätzen ausgestattet werden. Unsere Wavebionix wurde entwickelt, um Viren aus der Luft zu elimieren - und das schon 2019, als von der Pandemie glücklicherweise noch niemand wusste. Wir haben dann nach einem Partner in Europa gesucht, der uns die Power des Wavebionix prüfen und testieren kann und wurden beim Österreichischen Forschungsinstitut in Wien fündig.

Das OFI setzte als erstes Prüfinstitut aktive Viren zur Prüfung des von Kappa entwickelten Filter-Elementes ein. Das Ergebnis beeindruckte mit großer Eindeutigkeit: In drei Prüfgängen filterte der komplett in Österreich entwickelte und produzierte Wavebionix 97,2 % aller Viren. Und hier grenzt sich der Kappa Filter bereits gänzlich von Mitbewerberprodukten ab: Bislang wurden Filterelemente, wie zum Beispiel Lüftungsfilter, HEPA-Filter und FFP2 Masken, nur auf Staub- oder Aerosolabscheidung getestet. Eine Prüfung der Virenabscheideeffizienz ist neu, dafür gibt es noch kein Standardprüfverfahren.

Die Alternative Lüften ist speziell in der kalten Jahreszeit keine günstige Option - Stichwort Energieeffizienz -, da damit die Heizkosten dramatisch ansteigen.

Und unser neues Filterelement passt in 98 % aller im deutschsprachigen Raum bereits bestehenden Lüftungsanlagen. Die Aufrüstung in Richtung Virensicherheit und Gesundheit geht ohne Umbauten und damit größere Investitionen vonstatten.

Report: Erwarten Sie mit der andauernden Covid-Pandemie grundlegend ein Wachstum für Ihre Lösungen in der Gebäudetechnik oder im Facility Management?

Schickmair: Wir erwarten kurzfristig ein geringes Wachstum. Sehr wohl wird jedoch die Wichtigkeit von sauberer und frischer Luft in Gebäuden stark an Bedeutung gewinnen. Das führt dazu, dass Gebäude, die bislang über keine Lufttechnik verfügen, mit einer solchen nachgerüstet werden. Neubauten werden zukünftig vermehrt mit Lufttechnik ausgestattet. Das gilt beispielsweise auch für Schulen. Bislang verfügen fast immer über keine Zentrallüftung. Zukünftig wird sich das bei Neubauten ändern.

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