Sichere Lieferketten durch KI

Foto:  Lisa Smith, Harald Nitschinger. Foto: Lisa Smith, Harald Nitschinger. Foto: Prewave

Das österreichische Start-up Prewave erhält ein Millioneninvestment, um seine Technologie verstärkt auf den globalen Markt auszurichten. Das 2017 gegründete Spin-off der TU Wien nutzt künstliche Intelligenz, um Risiken in industriellen Lieferketten frühzeitig zu erkennen. Mit diesem Informationsvorsprung kann etwaigen Engpässen und Produktionsstopps entgegengewirkt werden.

Infolge der Covid-19-Pandemie verzeichnete Prewave eine sprunghaft gestiegene Nachfrage. Bereits im Jänner hatte die Plattform ein erhöhtes Risiko in China identifiziert und entsprechende Kategorien wie Infektionen, Quarantäne und Werkschließungen ins System integriert. Produzierende Unternehmen aus der Automobil-, Chemie-, Metall- und Elektronikindustrie sowie große Transport- und Logistikunternehmen profitierten bereits durch das Abfedern der kostspieligen Konsequenzen von Unterbrechungen in deren Lieferketten.

„Vor diesem Hintergrund nehmen wir unsere Verantwortung durch den Einsatz von Technologie wahr, Lieferketten insgesamt resilienter, transparenter und nachhaltiger zu machen“, sagt Prewave-Mitgründer Harald Nitschinger.

Zum Einsatz kommen maschinelles Lernen und automatische Spracherkennung. Der Algorithmus wird vom zehnköpfigen Prewave-Team laufend darauf trainiert, Signale aus mehrsprachigen Textdaten als Risiko zu identifizieren.

„Die hohe Anzahl an Informationsquellen sowie die vielen Sprachen, die in weltweiten Lieferketten zum Einsatz kommen, machen es für einzelne Menschen unmöglich, den Überblick zu bewahren. Genau dieses Problem lösen unsere Algorithmen“, erklärt Gründerin Lisa Smith, aus deren Doktorandenforschung das Tool hervorging. Die Software bezieht öffentlich zugängliche Informationen aus Social-Media-Kanälen und lokale Nachrichtenmedien als Datenquellen ein, um qualitative Einflussfaktoren in Echtzeit messbar zu machen.

Derzeit identifiziert der Algorithmus mehr als 60 verschiedene Risikokategorien wie z.B. Naturkatastrophen, Streiks, Feuer oder Grenzschließungen in rund 50 Sprachen. Das Datenvolumen und die Geschwindigkeit der Verarbeitung sollen nun exponentiell gesteigert werden, um das Produkt auf internationale Märkte und weitere Industrien auszurollen. Neben dem aws Gründerfonds sind bei dieser Finanzierungsrunde die Investoren seed & speed, Segnalita und Ventech neu an Bord.

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