Sprayen erlaubt

Junge Spray-Künstler gestalteten in Wolfsberg die Fassade eines ehemaligen Postgebäudes.
An Graffiti und Street Art scheiden sich nach wie vor die Geister. Was den einen ein Akt von Willkür und Vandalismus ist, ist für die anderen längst eine etablierte Kunstrichtung. Dass Graffiti sehr wohl zur Stadtbehübschung beitragen kann, zeigt das Beispiel Wolfsberg. Das ehemalige Postgebäude im Zentrum der Stadt soll in einigen Jahren generalsaniert werden. Bis es soweit ist, sollte eine Übergangslösung aus dem optischen Schandfleck einen Blickfang machen. Dieser Aufgabe stellten sich die Mitarbeiter des Sto Designstudios von Johann Gutsche, Inhaber der Gutsche Technik GmbH. Den zündenden Einfall hatte Christian Schellander, langjähriger Mitarbeiter des Sto Designstudios: Im Rahmen eines Jugendkunstprojekts sollten junge Spray-Künstlern aus dem Kunstlehrgang des „Centrum Humanbildender Schulen“ in Villach ihre Graffitikunst präsentieren. Während der Realisierungsphase wurde das Objekt mit Sto-Gerüstplanen verhüllt, was für die jungen Künstlerinnen und Künstler eine besondere Herausforderung darstellte. Denn durch die Plane bekamen sie nie das gesamte Kunstwerk zu Gesicht und standen permanent direkt an der Fassade. Dennoch kann sich das Ergebnis sehen lassen. Aus einem tristen Bauwerk mit desolater Fassade wurde ein Hingucker mit ineinander übergreifenden Motiven, die sich über mehrere Gerüstlagen erstrecken. Fast zu schade für eine reine Übergangslösung.
 
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