»Mittlerweile glaube ich daran, dass die Klimaziele umsetzbar sind« Featured

Theresia Vogel (Geschäftsführerin Klima- und Energiefonds), Peter Prasser (Geschäftsführer KIOTO Photovoltaics), Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, Ingmar Höbarth (Geschäftsführer Klima- und Energiefonds). Foto: APA/Ludwig Schedl Theresia Vogel (Geschäftsführerin Klima- und Energiefonds), Peter Prasser (Geschäftsführer KIOTO Photovoltaics), Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, Ingmar Höbarth (Geschäftsführer Klima- und Energiefonds). Foto: APA/Ludwig Schedl

Rekordbudget für den Klima- und Energiefonds: Zusätzliche 67 Millionen Euro sollen für einen Investitionsschub sorgen und das Wirtschaftswachstum ankurbeln.

»Selten hat ein Ereignis unser Leben so gefordert und aktuelle Pläne durchkreuzt, wie die Corona-Krise«, sagt Klimaschutzministerin Leonore Gewessler und verweist zugleich auf eine wesentlich größere Krise: 2020 war das bisher wärmste Jahr der Geschichte. Mit zusätzlichen 67 Millionen Euro Mittel aus dem Corona-Konjunkturpaket, dotiert durch das Klimaschutzministerium, schließt der Klima- und Energiefonds 2020 mit insgesamt 236 Millionen Euro Förderbudget ab. Profitieren soll die heimische Wirtschaft – vom lokalen Handwerksbetrieb bis hin zu Unternehmen, die sich durch grüne Innovationen einen Platz am Weltmarkt sichern. Damit werde »gleich im zweifachen Sinn« in die Zukunft investiert, heißt es: Österreich komme der angestrebten Klimaneutralität bis 2040 näher und die heimische Konjunktur bekommt einen wichtigen Impuls.

Es ist mehr als eine Verdoppelung des Klimabudgets. »Genau jetzt ist Klimaschutz die richtige Lösung zur richtigen Zeit«, sagt Gewessler. »Wir investieren damit in ein Upgrade für Österreich, sorgen für sichere Arbeitsplätze und Wertschöpfung in unseren Regionen, Gemeinden
und Städten. Das ist der richtige Weg aus der Krise, für eine stabile Wirtschaft und mehr Klimaschutz.«

Für den Bereich Photovoltaik bedeutet die Aufstockung von fast 20 Millionen Euro sogar eine Verdreifachung. Kleinanlagen wurden bislang bis 5 kW Größe gefördert. Die Förderung wird nun um den Faktor zehn auf 50 kW erhöht und zielt so auch auf mittelgroße Dächer wie Scheunen und Lagerhallen. Dazu kommen Förderungen für Spezialprojekte im großen Stil: schwimmende Anlagen, Überdachungen, kombinierte Lösungen in der Landwirtschaft oder Schallschutzmauern.

»Heute sind wir dem annus mirabilis näher«, freut sich Theresia Vogel, Geschäftsführung des Klima- und Energiefonds. »Gerade jetzt geht es darum, antizyklisch zur Wirtschaftslage in Innovation zu investieren, um einen Wettbewerbsvorteil zu sichern und dem Ziel der Klimaneutralität näher zu kommen«, betont Vogel. Sie verweist auf den Bereich Wärme, der immer noch »das Stiefkind in der Energiewende« sei – mit 60 % fossilen Anteil. Mit der Aufstockung um 15 Millionen Euro Fördervolumen für Solar werden Großanlagen unterstützt – genug, um »ganze Städte zu versorgen«. Insgesamt werde der Klima- und Energiefonds 75.000 m² Solarkollektorenfläche fördern.

»In den letzten 13 Jahren hatten wir kein so hohes Budget“, ist auch Klima- und Energiefonds-Geschäftsführer Ingmar Höbarth guter Stimmung. Die beiden rechnen mit einer Wertschöpfung von insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro, ausgelöst etwa durch 27 geförderte Projekte für die Klimaverträglichkeit des Industriestandortes Österreich. Sektorkopplung und die Erzeugung von grünem Wasserstoff sind hier im Fokus.

Ein Betrieb, der seit 30 Jahren im Solarthermie-Geschäfts ist und seit 15 Jahren auch PV-Produkte bietet, ist das Kärntner Unternehmen Kioto Photovoltaics. ­Kioto-Geschäftsführer Peter Prasser: »Wenn wir beides haben – eine starke Unterstützung durch die Politik ebenso wie das Engagement der heimischen Betriebe –, geht es stark vorwärts. Gemeinsam haben wir es geschafft, dass Solarthermie und Photovoltaik leistbar geworden sind und einen wachsenden Anteil an der Energieversorgung stellen«. Die Menschen würden sich Energie wünschen, die vor Ort wächst und scheint, diese auch vor Ort zu nutzen und nicht von Energieimporten abhängig zu sein. »Die Klimaziele sind schon sehr ehrgeizig«, verrät Prasser weiter, »mittlerweile glaube ich daran, dass sie umsetzbar sind.«

Langjährige Tätigkeit
Mit seinem Energieforschungsprogramm leistet der Klima- und Energiefonds seit 2007 einen zentralen Beitrag zur Entwicklung innovativer Energietechnologien und Systemlösungen aus Österreich. Die Programmstrategie ist auf Technologien mit hohem Wachstumspotenzial im In- und Ausland ausgerichtet.

Mit der »Vorzeigeregion Energie« wurde 2017 eine Initiative der Superlative begonnen, durch die Österreich auch am globalen Netzwerk »Mission Innovation« teilnimmt. Derzeit werden in drei Vorzeigeregionen gemeinsam mit Partnern aus der Privatwirtschaft neuartige Technologien entwickelt und erprobt. In Summe sollen hier bis 2021 120 Millionen Euro Fördergelder fließen.

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