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Arbeitsmarkt für Ältere

Man kann sich seitenlang darüber beklagen, dass über 50-Jährige keinen Job mehr bekommen – oder dass es zumindest schwierig ist, sich in diesem Alter am Arbeitsmarkt zu positionieren. Mit folgendem Zwölf-Punkte-Programm empfehle ich dazu eine innovative, arbeitsmarktpolitische Strategie für Österreich. Für eine Umsetzung gäbe es derzeit im Arbeitsministerium wohl ein passendes Zeitfenster.

  1. Es liegt an der Wirtschaft, die ins Alter kommenden Mitarbeiter weiter zu qualifizieren um deren Potenzial zu nutzen, wobei hier eine Abflachung der Gehaltskurve durchzuführen wäre. Dies sollten die Sozialpartner ehestens umsetzen. Das Know-how ebenso wie die Fähigkeiten Älterer stellen ein volks- wie betriebswirtschaftlich relevantes Kapital dar!

  2. Innerhalb der Firmen sollten rechtzeitig Qualifizierungsmaßnahmen, Versetzungen, Newplacements vorgenommen werden, um die richtigen Leute an die richtigen Plätze zu bekommen und unternehmerische Erfolge zu generieren. Dazu zählt auch ein professionelles Onboarding.

  3. Durch gezieltes Outsourcing können auch Veränderungen zu Neugründungen und Kooperationen führen, die sich flexibler an veränderte Markt- und Branchen-Entwicklungen anzupassen vermögen. (Präventive Maßnahmen)

  4. Der Wiedereinstieg kann, sofern er durch professionelles Newplacement nicht verhindert werden kann, durch Förderungen und Erleichterungen (maßgeschneiderte Aufgabenstellungen) unterstützt werden.

  5. Ebenso können durch Bildungskarenzen und Sabbaticals für den Markt attraktive Fähigkeiten erworben und bedarfsgerecht eingesetzt werden.

  6. Im Zuge von Projekten könnten qualifizierte Mitarbeiter in einem experimentellen, zweiten Arbeitsmarkt eingesetzt und auf die Übernahme neuer Aufgaben vorbereitet werden. Dass könnte auch in Form von Implacementstiftungen abgewickelt werden.

  7. Auch auf die abnehmende Leistungsfähigkeit im Alter kann durch Bereitstellung weniger anspruchsvoller Jobs, auch in Form von Teilzeitarbeit reagiert werden. Eine entsprechende Korrektur der Einstufung sollte dem nicht entgegenstehen.

  8. Für mehrere Auftraggeber zu arbeiten (Arbeitgeberzusammenschlüsse) sollte gleichfalls ermöglicht werden, um einerseits Personalkosten zu sparen (in auftragsschwachen Perioden) andererseits zusätzliche Qualifikationen zu erwerben beziehungsweise zu nutzen.

  9. Eine erhöhte Durchlässigkeit sollte es älteren Arbeitnehmern ermöglichen, Jobs in neu geschaffenen oder erst zu schaffenden Jobs anzunehmen und auch auszufüllen (potenzieller Arbeitsmarkt)

  10. Eine umfassende, für alle zugängliche Projektbörse sollte es gerade Älteren ermöglichen, sich hier nochmals zu engagieren und mit einem für sie adäquaten Projekt durchzustarten.

  11. Eine umfassende AMS-Reform sollte der Betreuung Älterer jenes Gewicht geben, für diese Zielgruppe adäquate und effiziente Leistungen – auch in Kooperation mit professionellen Karriereberatern – bereitzustellen.

  12. Von besonderer Bedeutung ist jedoch die Änderung des Bewusstseins und der Einstellung der Gesellschaft zur Arbeit (besonders im Alter) und auch zur Arbeit für Ältere. Damit sind alle Institutionen und vor allem auch die Medien und sämtliche Bildungseinrichtungen in höchstem Maße gefordert.

Auf diese Themen, deren Priorisierung noch abzustimmen wäre, sollte sich die neue Regierung stürzen und sie so rasch wie möglich umsetzen. Vorausgesetzt man möchte die im Regierungsprogramm geforderte Senkung der Arbeitslosigkeit ernsthaft realisieren, die Armut, insbesondere die Altersarmut effektiv bekämpfen und dem vorausgesagten Wirtschaftsabschwung wirksam begegnen.

Die Ressourcen stehen bereit beziehungsweise sollten dafür rasch und unbürokratisch mobilisiert werden.

Ein Regierungsprogramm mit Licht und Schatten
Die genARate App: Gedrucktes wird lebendig

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