Auf ein Wort (3)

Foto: Manfred Wagner, Rockwool Foto: Manfred Wagner, Rockwool

Teil 3 der Umfrage: Der Bau & Immobilien Report hat führende Unternehmen der Branche mit Fragen zum Fachkräftemangel, Produktivitätssteigerungen und Marktentwicklung konfrontiert. Die Antworten im O-Ton.

Manfred Wagner, Geschäftsführer Rockwool

Report: Der Fachkräftemangel ist in der Bauwirtschaft weiterhin enorm. Welchen Beitrag kann ein Dämmstoffhersteller wie Rockwool leisten, um die Situation zu entschärfen?

Wagner: Attraktivere Rahmenbedingungen in handwerklichen Berufen können einen wesentlichen Beitrag leisten, damit junge Leute sich zukünftig wieder öfter für eine Lehre entscheiden. Wichtig ist, dass das Handwerk in Zeiten zunehmender Akademisierung sowohl in der Gesellschaft als auch in den Familien einen höheren Stellenwert bekommt und auch gute Verdienstmöglichkeiten bietet. Unsere Strategie im Kampf gegen den Fachkräftemangel ist, die Arbeit verschiedener Verbände und Vereinigungen innerhalb der Baubranche in dieser Hinsicht zu unterstützen. Wir sind davon überzeugt, dass diese Plattformen geeignete Multiplikatoren darstellen und die gebündelte Kraft der Industrie zu besseren Ergebnissen führt, als im Rahmen von Einzelaktivitäten möglich wären. Darüber hinaus unterstützen wir unsere Verarbeiter mit fachlicher Weiterbildung im Rahmen von Schulungen und Vorträgen zu fachspezifischen Themen in allen Anwendungsgebieten rund um unsere Steinwolle-Produkte.

 

Christian Sorko, Geschäftsführer Peri

Report: Die Steigerung der Produktivität ist ein zentrales Thema der Branche. Mit welchen konkreten Maßnahmen versucht PERI die Bauunternehmen bei der Steigerung der Produktivität zu unterstützen?

Sorko: Das entscheidende Wertschöpfungspotenzial liegt in der Optimierung der Prozess- und Arbeitskosten – einfache Handhabung, wenig Bauteile und geringes Gewicht. Exakt unter dieser Maßgabe wissen wir sehr genau, wie wichtig im heutigen Schalungs- und Gerüstbau ein zuverlässiger Wissenstransfer und Service für die Optimierung aller Bauabläufe ist – von der Angebotsphase über die Arbeitsvorbereitung und Bauausführung bis hin zum Projektabschluss.

Mit einer wachsenden Zahl von Softwarelösungen unterstützt PERI sowohl Bauunternehmen als auch Gerüstbaubetriebe, um die Potenziale der PERI Systemtechnik für seine unternehmerischen Zeit-, Kosten- und Qualitätsziele konsequenter ausschöpfen zu können. Zum Beispiel kann mit PERIpath eine komplette Großbaustelle zur Verwaltung von Gerüstmaterial und Personal abgebildet werden. Anwender wissen zu jeder Zeit, ob Materialbewegungen stattfinden, wo auf der Baustelle sich Gerüste im Auf- oder Abbau befinden und wie viele Personen im Einsatz sind.

 

Robert Staufer-Wierl, ib-data GmbH (ABK)

Report: Wie hat sich der Zugang von Bauunternehmen zu Baumanagementsoftware in den letzten Jahren verändert? Was wird am stärksten nachgefragt?

Staufer-Wierl: Die Anfragen von Bauunternehmen bei unseren ABK-Kundenzentren tendieren von den klassischen Kernthemen wie Angebotslegung/Kalkulation und Bauabrechnung verstärkt in Richtung übergreifende Lösungen, die einen gesamtheitlichen Softwareeinsatz verfolgen. Gefragt werden heute vermehrt zusätzliche Themen wie Kompatibilität und Datenaustausch zu ERP-Systemen, Buchhaltungs-Systemen und natürlich zu Building-Information-Modeling (BIM) sowie die entsprechenden Baudaten dazu. Auch das Thema Mobilität ist hochaktuell – glücklicherweise können wir hier bereits entsprechende Lösungen anbieten!

 

Gunther Sames, Geschäftsführer Ardex

Report: Im Jahr 2018 entwickelten sich Polen sowie die südosteuropäischen Exportmärkte für Ardex sehr gut. Wie ist 2019 angesichts der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Situation in der Türkei oder dem schwierigen Bauumfeld in Polen gelaufen?

Sames: Das sich zu Ende neigende Jahr 2019 weist quer durch unsere Verantwortungsländer unterschiedliche Entwicklungen auf. Die Ardex Baustoff GmbH zeigt am österreichischen Heimmarkt, mit einem satten Plus deutlich über dem BIP-Wachstum, eine solide Entwicklung und spiegelt damit die erwartete und gewohnte Stabilität des Heimatmarktes wider.

In unserem Vorzeigeland Polen konnten wir den Erfolg der vergangenen Jahre auch in diesem Jahr wiederholen. Polen ist auch im Jahr 2019 eindeutig der Wachstumskaiser innerhalb unserer Vertriebsländer.

Etwas schwieriger gestaltete sich die Situation in der Türkei, wo seit Ende 2018 ein Wirtschaftsrückgang zu verzeichnen ist. Wir haben insofern auf die schwierigeren Bedingungen reagiert, indem wir unseren Fokus stark in Richtung Sanierungsprojekte gelenkt haben. Die Eigenfertigung in Istanbul ermöglicht es uns, spezielle Produkte für den eben genannten Sanierungsmarkt anzubieten.

 

Dominik Müller, Geschäftsführer Zeppelin Rental

Report: Digitale Lösungen helfen auch, die Baustellenlogistik zu verbessern. Welche Lösungen werden aktuell am stärksten nachgefragt?

Müller: Die Digitalisierung der Baustellenlogistik bietet enormes Potenzial. Wir haben unsere Leistungen vor Jahren digitalisiert und sind heute in der Lage, nicht nur im laufenden Baubetrieb zu einer deutlichen Steigerung der Effizienz beizutragen, sondern auf fundierter Datenbasis Empfehlungen bei der Planung neuer Projekte auszusprechen.

Zugenommen hat die Nachfrage bei der Zutrittskontrolle Zeppelin Insite 3.0, begründet durch die wachsenden Kontrollen auf Baustellen und das Bewusstsein der Firmen für ihre gesetzliche Nachweispflicht. Darüber hinaus verzeichnen wir einen Zuwachs an Anfragen im Bereich der webbasierten Transportsteuerung, da immer mehr Unternehmen den Mehrwert einer effizienten Versorgungslogistik und reduzierter Behinderungen via Online Logistics Control Center (OLCC) erkennen. 

 

Peter Rungger, Geschäftsführer Ringer

Report: 2018 war für Ringer mit einem Umsatz von über 40 Millionen Euro ein absolutes Rekordjahr. Konnte 2019 die hoch gesteckten Erwartungen von weiterem Wachstum erfüllen?

Rungger: 2019 zeichnet sich wiederum als erfolgreiches Jahr für die Ringer GmbH ab, nicht zuletzt aufgrund von Produktneuheiten und der anhaltenden Dynamik am österreichischen Baumarkt. Die anhaltend gute Auslastung der österreichischen Baubranche führte zu einer weiterhin hohen Nachfrage nach Schalungen und Gerüsten. Deutliche Zuwächse wurden im Kauf- und Mietgeschäft verzeichnet. Ringer ist nicht nur mit den langjährigen Partnern mitgewachsen, sondern konnte auch viele neue Kunden gewinnen. Absatzsteigerungen konnte Ringer im Bereich der Sicherheitskomponenten verzeichnen.

Im Export konnten neue Kunden in, Deutschland und Großbritannien gewonnen werden.
Ringer hat 2019 viel in den Ausbau der Produktions- und Lagerflächen am Mutterstandort Regau investiert. Die Bauarbeiten werden Anfang 2020 abgeschlossen sein, dann geht auch eine neuartige und österreichweit einzigartige Schalungsreinigungsanlage in Betrieb.

 

Franz Wastlbauer, Geschäftsführer AvenariusAgro

Report: Wie versucht AvenariusAgro die steigende Rohstoffpreise und Logistikkosten zu kompensieren? Können die Preissteigerungen am Markt untergebracht werden oder muss man für höhere Produktpreise auch zusätzlichen Mehrwert liefern?

Wastlbauer: Wir bei Avenarius Agro versuchen viele Prozesse zu optimieren, um die Effizienz zu steigern und laufende Ausgaben zu minimieren. Dabei ist es wichtig, die Innovationskraft des Unternehmens und die Qualität nicht zu verringern. Im Sinne der Nachhaltigkeit versuchen wir auch im nächsten Jahr, die Kleinstlieferungen zusammenzufassen und dabei gemeinsam mit den Kunden Geld, Zeit und CO2 zu sparen. Nicht alle Kostensteigerungen können kompensiert werden, daher ist es wirtschaftlich notwendig, Preisanpassungen am Markt unterzubringen. Wir versuchen schon über viele Jahre, Mehrwert zu unseren Produkten zu liefern und tun dies mit Servicequalität und Beratungskompetenz unser MitarbeiterInnen im Innen- und Außendienst. Gelebte und starke Partnerschaft schafft Mehrwert.

 

 

 

Last modified onDienstag, 07 Januar 2020 13:44
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