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Best of PV: große Anlagen, große Wirkung

Land der Äcker, Wiesen und Deponien, Fabrikshallen, Logistikzentren und Bürogebäude – besonders zukunftsreich, wenn Flächen für die ­Eigenstromerzeugung mit Photovoltaik-Anlagen genutzt werden. Beste ­Beispiele aus Wien, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Tirol.

Wien Energie: Hybridanlage in Donaustadt

Best of PV: große Anlagen

Die mit Stand März größte Photovoltaikanlage Österreichs steht in Essling in Wien-Donaustadt. Die 11,45-MW-Flächeninstallation deckt mit einer Produktionsmenge von jährlich mehr als 12 GWh den Bedarf von rund 4.900 Haushalten. Der 12,5 Hektar große Standort wird vom Betreiber Wien Energie respektive Stadt Wien doppelt genutzt: Ein Teil der Fläche dient von April bis Oktober als Weidefläche für 150 Juraschafe und rund 400 Module sind bifazial – sie produzieren auf beiden Seiten Strom – und stehen vertikal. So kann zwischen den Modulreihen ein Traktor fahren und die Fläche landwirtschaftlich, etwa für Gemüseanbau, genutzt werden. Das Projekt wird von Forschungstätigkeiten der Universität für Bodenkultur begleitet.

Bei Anlagen dieser Dimension, die von dem deutschen Ingenieursdienstleister maxsolar errichtet wurde, ist auch der Anschluss an das Stromnetz eine Herausforderung. Aber: Die PV-Anlage hängt an derselben Stromleitung wie der Windpark Andlersdorf mit 9 MW Spitzenleistung. Wind- und Sonnenspitzen sind selten gleichzeitig. So können beide Anlagen zeitgleich im Vollbetrieb laufen, ohne das Netz zu überlasten. Zusätzlich soll ein Puffer-Stromspeicher bis zum Sommer in Betrieb gehen.

Standort: Schafflerhofstraße, Wien Donaustadt

Leistungsumfang: 11,45 MW, Jahresstromproduktion über 12 GWh, 25.626 PV-Module

Besonderheit: Ein Teil der Anlage ist als Agrar-PV-Anlage umgesetzt. Juraschafe sorgen als natürliche Rasenmäher dafür, dass das Gras nicht zu hoch wird.


OMV und Verbund: großflächige Erzeugung in Schönkirchen

Best of PV: große Anlagen

Nach nur fünf Monaten Bauzeit ist Ende 2020 eine der größten Flächen-Photovoltaikanlagen Österreichs in Schönkirchen im niederösterreichischen Weinviertel in Betrieb gegangen. Realisiert wurde das wegweisende Projekt von OMV, dem international, integrierten Öl- Gas- und Chemieunternehmen mit Sitz in Wien, und Verbund, dem größten österreichischen Stromunternehmen und einem der größten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa. Der Sonnenstrom, der zur Gänze in das Netz der OMV fließt, deckt einen Teil des OMV-Strombedarfs und spart rund 8.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr ein.

Auf einer Gesamtfläche von 133.200 m² wurde in der ersten Bauphase eine Flächen-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 11,4 MWp auf einer ehemaligen Deponiefläche der OMV errichtet. Die 34.600 PV-Module erzeugen in einer Ost-West-Ausrichtung 10,96 GWh Sonnenstrom, was etwa dem Jahresstromverbrauch von 3.400 Haushalten und einer Einsparung von 8.000 Tonnen CO2 pro Jahr entspricht. In der Endausbaustufe bis Mitte April 2022 wird die Anlage um weitere 10.400 PV-Module ergänzt. Damit steigt die Gesamtleistung auf 14,85 MWp bei einer Erzeugung von 14,25 GWh. Gesamt entspricht dies dem Jahresstromverbrauch von 4.400 Haushalten und einer zusätzlichen Einsparung von 2.400 Tonnen CO2 pro Jahr. Die technische Umsetzung erfolgt durch KPV Solar.

Standort: Schönkirchen, NÖ

Leistung: 14,85 MWp (Endausbaustufe 2022)

Besonderheiten: rund 10.000 Tonnen CO2 Einsparung pro Jahr, Nutzung einer Deponiefläche


CPG: Pachtmodell und Contracting

Best of PV: große Anlagen

Logistiker, Industriebetriebe und andere Unternehmen aus ganz Österreich stellen dem Solarspezialisten CPG brachliegende Dachflächen für die PV-Stromerzeugung zur Verfügung. Entwicklung, Errichtung und Betrieb der Anlagen erfolgen durch CPG, der Hallenbesitzer erzielt monatliche Pachteinnahmen. Das Modell ist insbesondere bei Gebäuden mit geringem Eigenstrombedarf geeignet, bei Industriebetrieben kommt vermehrt PV-Contracting zum Einsatz.

CPG hat in den letzten beiden Jahren auch Freiflächen-Projekte im Megawatt-Bereich mit Landwirten in der Steiermark realisiert, wie beispielsweise in Radochen, Pernegg, St. Marein-Feistritz und Friedberg. Die Landwirte erzielen so Pachtentgelte, die ein Vielfaches der Erträge aus der landwirtschaftlichen Nutzung betragen – ohne Aufwand und Wetter- oder Preisrisiko.

Parallel arbeiten die Experten an Konzepten für echte Agrar-Photovoltaik, bei denen bei vollem Stromertrag knapp 80 Prozent der Flächen weiter konventionell landwirtschaftlich genutzt werden können. CPG begleitet den gesamten Prozess von der ersten Flächenauswahl bis zum Anlagenbetrieb. Am Ende der erwarteten Nutzungsdauer von 30 Jahren geht die PV-Anlage in das Eigentum von Grund- oder Hallenbesitzer über oder wird von CPG rückstandsfrei entfernt.

Kunden: Grund- und Hallenbesitzer

Leistungsumfang: Verpachtung von Flächen für den Betrieb von PV-Anlagen

Besonderheiten: Rundum-Paket für die Optimierung der Flächennutzung zur eigenen Stromerzeugung


Nikko Photovoltaik: Sonnenstrom für Eis

Best of PV: große Anlagen

In einem Grätzl in Wien-Brigittenau herrscht auch im Sommer sibirische Kälte. In den Hallen der Wiener Eisfabriken wird Gefriergut für den Bedarf der gesamten Stadt gelagert. Tonnenweise warten hier Pommes, Gemüse, Eislutscher und vieles mehr auf die Auslieferung.

Die ultimative Gefriertruhe wird auch von Pharmaunternehmen gebucht, die hier Blutplasma für die Medikamentenproduktion bei bitterkalten minus 30 Grad lagern. Im Frühling 2020 haben die Vereinigten Eisfabriken eine der größten innerstädtischen Photovoltaikanlagen Wiens in Betrieb genommen. Mehr als 1300 Module mit einer Gesamtleistung von 424 kWp produzieren jährlich rund 450 MWh elektrische Energie.

Damit kann ein wesentlicher Teil der benötigten Energie selbst erzeugt werden. Der erzeugte Sonnenstrom wird vollständig im Betrieb verbraucht und für die Kälteherstellung genutzt. Die Anlage, errichtet von Nikko Photovoltaik, besteht aus mehreren Modulfeldern, welche über die verschiedenen Flachdächer verteilt sind. Die verfügbaren Dachflächen werden fast vollständig genutzt. Der Genossenschaftsstandort hat Geschichte: Kühldienstleistungen werden hier seit 1898 erbracht. 

Kunde: Vereinigte Eisfabriken

Leistungsumfang: 424 kWp mit 1347 Modulen, Erzeugung von täglich bis zu 2 MWh

Besonderheiten: Mit der PV-Anlage könnten theoretisch täglich zwei Millionen Eiswürfel erzeugt werden – der Strom dient aber zur Kühlung von Lebensmitteln und Blutplasma.


Selina Photovoltaic: Errichtung mit Betreibermodell

Best of PV: große Anlagen

Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie von Coca-Cola HBC Austria. In Zusammenarbeit mit dem Nachhaltigkeitsteam errichtete Selina Photovoltaic GmbH eine 2,86-MWp-PV-Großanlage auf dem Dach des Produktions- und Logistikzentrums in Edelstal im Burgenland. Die wirtschaftliche Solaranlage versorgt das Unternehmen mit Sonnenstrom und unterstützt damit das Erreichen der Klimaziele von Coca-Cola HBC wesentlich.

Die Anlage wurde perfekt auf den Unternehmensverbrauch abgestimmt, sodass rund 99 % der produzierten Energie direkt im Unternehmen genützt werden können. Mit rund 2.924 MWh Stromernte im Jahr, dies entspricht einem durchschnittlichen Energieverbrauch von rund 600 Haushalten, ist die Anlage die größte Aufdachanlage im Burgenland. Es wurden 9.200 Module mit einer Modulfläche von 14.960 m2 verbaut, die Anlage spart 725 Tonnen CO2-Emissionen im Jahr ein.

Das Projekt wurde auf Basis des Selina Betreibermodells realisiert: Mit dem Contracting-Angebot wird PV-Strom verfügbar gemacht – ohne Eigeninvestition, Betriebs- und Errichtungsrisiko für das jeweilige Unternehmen. Selina Photovoltaic GmbH plante und errichtete die Anlage und wird diese 25 Jahre betreiben. 

Kunde: Coca-Cola HBC Austria GmbH

Leistungsumfang: 2,86-MWp-PV-Anlage zur Deckung des Eigenenergiebedarfs von Coca-Cola HBC Austria

Besonderheiten: Die Anlage ist mit einer Produktion von 2.924 MWh und CO2-Einsparungen von 725 Tonnen pro Jahr die Größte im Burgenland.


Energie AG: Nachhaltiges Recycling

Best of PV: große Anlagen

Auf den Dächern der Energie AG Umwelt Service GmbH in Ötztal-Bahnhof wurde vor kurzem eine 400-kWp-Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. Der erzeugte Sonnenstrom deckt den Bedarf am Standort ab und versorgt darüber hinaus eingemietete Firmen. Zusätzlich wurden vier Elektrotankstellen installiert. Der Energie AG Umwelt Service-Standort ist Dreh- und Angelpunkt für die Entsorgungslogistik im Tiroler Oberland. Der Konzern ist stets auf der Suche nach ausbaufähigen Flächen für PV und erzeugt mit 13 eigenen Anlagen und 52 Contracting-Anlagen bereits 13,4 MWp Sonnenstrom.

Die neue Anlage ist auf vier Dächern des Entsorgungsstandortes montiert und entspricht mit einer Gesamtfläche von 2.200 m² Solarpaneelen in etwa der Fläche von zehn Tennisplätzen. Neben dem Bürogebäude und der angrenzenden Lkw-Garage wurden auch die Altpapierhalle mit der stationären Ballenpresse und eine weitere Halle mit den aufgeständerten Paneelen bestückt. Am Standort werden neben Schrott und Altmetall auch Kunststoffe, Holz und Papier zu wiederverwertbaren Sekundärrohstoffen aufbereitet. Die Schrottschere, die Ballenpresse und auch zwei Mühlen und ein Aktenschredder werden jetzt mit dem selbsterzeugten Strom betrieben.

Standort: Ötztal-Bahnhof im Bezirk Imst, Tirol

Leistungsumfang: 400 kWp, Gesamtfläche von 2.200 m² Solarpaneelen

Besonderheit: Kunden und Mitarbeiter können auf den vier firmeneigenen E-Tankstellen Sonnenstrom tanken.


Erste Group: Campus als Stromproduzent

Best of PV: große Anlagen

Zusätzlich zum bezogenen Ökostrom erzeugt der Firmenhauptsitz von Erste Group und Erste Bank nun mit einer PV-Anlage Strom für den Eigenverbrauch. Auf einer Dachfläche von 2.000 m² nutzt der Bankkonzern damit die maximale Fläche auf den Dächern von fünf der sechs Gebäudeteilen am Erste Campus aus. Die 764 Module der fertigen Photovoltaik-Anlage liefern rund 250.000 kWh Strom pro Jahr. Das entspricht etwa dem Verbrauch von 125 Haushalten.

Der Erste Campus im Wiener Quartier Belvedere wurde zwischen 2012 und 2015 nach höchsten Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards errichtet – und wird konstant nach diesen Grundsätzen weiterentwickelt. In Ergänzung beispielsweise zur Betonkernaktivierung für Heizung und Kühlung, gespeist aus Geothermie-Pfählen in Verbindung mit dem Wiener Fernwärme- und -kältenetz, und der Energierückgewinnung bei den Aufzugsystemen ist die Errichtung der Photovoltaik-Anlage ein weiterer Baustein, um die Konzernzentrale der Erste Group klimafreundlicher zu gestalten.

Der Campus wurde mit der höchsten Stufe (DGNB Platin) im Zertifizierungssystem der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) eingestuft und wird vom Österreichischen Umweltzeichen des BMK als »Green Location« zertifiziert.

Standort: Am Belvedere, Wien Favoriten

Leistungsumfang: 764 Module werden eine Menge von rund 250.000 kWh Strom jährlich produzieren – dem Verbrauch von 125 Haushalten entsprechend.

Besonderheit: Zertifizierte Nachhaltigkeit

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